Wolmirstedt l „Es war schon immer mein Traum, beim 1. FCM zu spielen“, sagt Dustin Strobach und blickt sehnsüchtig auf den Fan-Ball des Fußballvereins, den er in den Händen hält. Zusammen mit dem passenden Trikot, das er trägt, bekam er ihn von seinen Klassenkameraden zum Abschied vom Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium in Wolmirstedt geschenkt. Bis zum letzten Schultag, bei dem er und seine Mutter von den anderen Jugendlichen zu Tränen gerührt wurden, hat er dort die siebte Klasse besucht.

Durch Talentscout entdeckt

Doch jetzt wird für den 13-Jährigen alles anders: Zum neuen Schuljahr zieht er nach Magdeburg ins Internat des Sportgymnasiums und wird dort die achte Klasse besuchen. Denn ein Talentscout des Vereins hat ihn entdeckt und sich für ihn eingesetzt.

Seit er vier Jahre alt ist, spielt Dustin Fußball. Erst bei Armenia Magdeburg und dann bei Eintracht Ebendorf. Sein letzter Verein war der Haldensleber FC. Das letzte Schuljahr war anstrengend für ihn. Trainiert hat er in nahezu jeder freien Minute. Doch die Schule hat sich sehr für ihn eingesetzt, damit er die richtigen Noten packt und trotzdem bei der Landesauswahl teilnehmen konnte. Um die erforderlichen Noten für das Sportgymnasium zu erhalten, erfüllte er Zusatzaufgaben, sagt Dustin.

Blieb denn noch Zeit mit seinen Freunden? „Natürlich hatte ich mit den Trainingseinheiten und den Aufgaben für die Schule sehr wenig Zeit, aber für meine Freunde habe ich sie immer gefunden“, sagt Dustin und lächelt. Mit seinem besten Kumpel Bruno ist er seit der Krippe befreundet. Er spielt für Union Schönebeck und unterstützt seinen Freund, wie er kann. „Ich bin nicht ganz so begabt wie Dustin“, sagt er schüchtern. Er will seinem Kumpel helfen, ein Video zu drehen, mit dem sie Sponsoren für Dustin finden wollen.

Video für Sponsorensuche

Denn das Internat kostet Schulgeld. Nicht nur deshalb blickt Mutter Nadine Strobach mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Auszug ihres Sohnes: „Ich freue mich sehr für ihn, aber ein bisschen Herzschmerz ist schon dabei. Aber wenn er bleiben will, dann ist alles ok.“

Zu ihrem Sohn hingewandt sagt sie: „Das wird jetzt Neuland für dich“. Denn Dustin ist Einzelkind, so Nadine Strobach. Es ist für ihn also nicht nur das erste Mal, dass er nicht mehr zuhause wohnt, sondern er wird auch zum ersten Mal einen Mitbewohner haben. Den durfte er sich allerdings aussuchen, die beiden Jungen kennen sich bereits. „Du hast es gut“, sagt Bruno sehnsüchtig.

Am Wochenende wird Dustin von Magdeburg nach Farsleben fahren, wo die Familie wohnt. Dass er sich von nun trotz des vielen Trainings auf die Schule konzentriere, das sei für Dustin absolut klar: „Sport ist sehr wichtig für mich, aber ich brauche auch einen Plan B. Deshalb werde ich in Zukunft in der Schule alles dafür tun, dass ich später einen guten Job bekommen kann.“ Aber bei der Frage, welchen Job er sich außer Profi-Fußballer noch vorstellen könnte, schüttelt der 13-Jährige lachend seinen Igel-Haarschnitt: „Das weiß ich noch nicht“.