Wolmirstedt l Im Farsleber Feuerwehrgerätehaus ist es eng und davor noch viel enger. Für drei Feuerwehr-Fahrzeuge sind nur zwei Stellplätze vorhanden. Werden Kameraden zum Einsatz gerufen, reichen auch die Parkflächen für ihre privaten Autos nicht aus. Der begrenzte Platz behindert den reibungslosen Start bei Einsätzen.

In einer Situation, die extreme Schnelligkeit braucht, laufen oder fahren sich die Einsatzkräfte schlimmstenfalls vor den Füßen oder Rädern herum. Das ist im Ernstfall gefährlich und auch sehr hinderlich, denn Feuerwehren sollen spätestens zwölf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort sein. Das fordert das Brandschutzgesetz.

Platz reicht nicht aus

Das Feuerwehrgerätehaus befindet sich im Farsleber Winkel, eine Stichstraße, die ihren Namen verdient. Die Ausfahrt aus dieser Straße erfordert große Umsicht, denn die Straße ist - wie ihr Name schon sagt - ziemlich verwinkelt. Kommen den Feuerwehrautos Fahrzeuge entgegen, steigt der Stresspegel bei allen Beteiligten. Im Haus fehlen außerdem Duschen und es gibt lediglich eine gemeinsame Toilette für alle.

Die einfachste Lösung, um diese Missstände zu beheben, könnte ein Anbau sein. Doch der ist in Farsleben nicht möglich, weil kein Platz mehr vorhanden ist. Deshalb hoffen die Kameraden auf einen Neubau, wollen diesen Neubau am liebsten selbst anschieben.

Anbau unmöglich

Eine Investition in die Farsleber Feuerwehr sei unumgänglich, sind sich die Kameraden sowie Stadtwehrleiter Michael Langrock und Ortswehrleiter Matthias Fischer sicher. Allein deshalb, weil in den kommenden Jahren mit noch mehr Einsätzen zu rechnen ist. 2017 rückte die Wehr 50 Mal aus, das war absoluter Rekord und unter anderem den Stürmen geschuldet. Im Jahr zuvor, 2016, waren es 33 Einsätze, in den Jahren davor höchstens knapp über 20. Abgesehen von den Stürmen erwarten die Kameraden, dass sie mit der Fertigstellung der Autobahn 14 noch öfter als bisher gerufen werden.

Demgegenüber steht eine geringe Zahl der Einsatzkräfte. Sie steigt zwar langsam, hat sich allerdings noch lange nicht auf dem Niveau von 2012 wieder eingepegelt. Derzeit gehören 23 Kameraden zum aktiven Dienst, tagsüber ist nur etwa die Hälfte verfügbar.

Zahl der Einsätze steigt

Die Farsleber Ortsfeuerwehr agiert organisatorisch unter dem Dach der Wolmirstedter Stadtfeuerwehr, zu der auch die Ortswehren Wolmirstedt, Glindenberg und Mose gehören. Insgesamt stehen im Ernstfall knapp über 90 Einsatzkräfte bereit, einige davon jedoch erst nach ihrem Feierabend. Wie wichtig solch schlagkräftige Truppe ist, zeigte sich in der vergangenen Woche beim Großbrand im Farsleber Recyclinghof. Innerhalb kürzester Zeit waren 63 Feuerwehrleute vor Ort und brachten das Feuer unter Kontrolle.

Die Zukunft des Farsleber Feuerwehrhauses wird am Donnerstagabend, 14. Juni, im Finanzausschuss sowie am 28. Juni im Stadtrat jeweils ab 18 Uhr öffentlich thematisiert.