Wolmirstedt l Das Geschichtscafé des Museums hat sich längst als feste Größe im Wolmirstedter Stadtleben etabliert. Alle zwei Monate lädt das Team von Museumsleiterin Anette Pilz zu einem bestimmten Thema ein. Diesmal drehte sich alles um das Heilen und Gesundwerden. Viele Bürger konnten dazu eigene Rezepte beitragen. „Senföl hilft gegen Husten“, wusste Maja Lehmann. Andere Besucher berichteten von der beruhigenden Wirkung des Lavendel, von den Erfolgen der Pfefferminz-Wadenwickel gegen Fieber.

Museumsmitarbeiter Jörg Bonewitz eilte mit seinem Notizbuch von Gast zu Gast, hielt jede Information schriftlich fest. Die Notizen werden später in eine Form gebracht, die es auch nachfolgenden Generationen ermöglicht, von diesem Wissen zu profitieren.

Altes Wissen erhalten

Altes Wissen zu erhalten, das ist das Prinzip des Geschichtscafés. Vor einem Jahr hat das Museum erstmals dazu eingeladen, da standen Wolmirstedter Gaststätten im Mittelpunkt. Bei den nächsten Cafés folgten die städtischen Geschäfte, Sitten und Bräuche, dann wollten die Museumsmitarbeiter alles über Zucker- und Lederfabriken wissen, wieder zwei Monate später alles über Rituale.

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Das Museum erhofft sich stets Informationen, steht aber auch niemals mit leeren Händen da. Schon Wochen, bevor das Café öffnet, werden alte Zeitungen durchforstet, das Internet befragt und auf diese Weise interessante Vorträge zusammengestellt. Oft erzählen Annoncen eigene Geschichten, beispielsweise von Gaststätten, in denen Schinken ausgekegelt wurde. Mit solchen Überlieferungen schlagen die Museumsmitarbeiter zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie erfahren etwas über die Gaststätten und deren Inhaber, aber auch über die Gepflogenheiten dieser alten Zeit. Die Vorträge dienen den Besuchern als Inspiration, öffnen Türen zu Erinnerungen. Die wiederum saugen die Museumsmitarbeiter auf und lassen sie in Vorträge mit einfließen, die auf den Ergebnissen der Geschichtscafés basieren.

Vortrag über Kneipen

Der nächste Vortrag widmet sich den Wolmirstedter Kneipen und wird jeweils Freitag, am 1. und 22. März, um 19 Uhr im Museum vorgestellt. So ein Geschichtscafé ist Drehscheibe des alten Wissens, aber auch Begegnungsstätte. Inge Leyh nutzte die Gelegenheit, mit ihren Freundinnen in diesem Rahmen ihren Geburtstag zu begehen. Der Frauenkreis beschäftigt sich regelmäßig mit altem Kräuterwissen und so fügte sich die kleine Kräuterfrauengruppe nahtlos in die große Gruppe der Geschichtscafébesucher zum Thema alte Heilmethoden ein. Und zu Freude aller gab es auch Geburtstagskuchen.

Das Thema des nächsten Geschichtscafés kommt düsterer daher. Im April soll alles um kuriose Kriminalfälle der Region ans Licht befördert werden. Schon die Vorbereitung lässt Anette Pilz Schauer über den Rücken laufen.