Projekt-Ideen

Grünes Ohreufer und Hügelhäuser

Wolmirstedt kann sich als grüne Stadt etablieren. Pläne für ein Ohreufer sowie Hügelhäuser wurden im Bauausschuss vorgestellt.

Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt l Für Wolmirstedt werden Visionen entwickelt. Ob sie eines Tages Wirklichkeit werden, steht noch in den Sternen. Zunächst wurden am Dienstagabend dem Bauausschuss erstaunliche Pläne vorgestellt.

Bauplaner Nils Rademacher präsentierte Hügelhäuser. Als der Name fiel, herrschte zunächst ratloses Schweigen, niemand schien recht zu wissen, was unter Hügelhäusern zu verstehen sei. Dann zeigte der Magdeburger seine Entwürfe und das Staunen im Ratssaal schien greifbar. Hügelhäuser sehen genauso aus, wie es der Name erwarten lässt, sie wirken wie Hügel. Vorn gibt es einen Eingang samt Fenstern, hinten große Fenster, denen sich die Terrasse anschließt. Von einer Seite zur anderen werden diese Häuser jedoch wie eine Brücke mit Erde überschüttet und begrünt. Aussparungen gewähren Licht von oben. „Solche Häuser würden Wolmirstedt attraktiver machen“, sagt Bauausschussmitglied Rudolf Giersch (FUWG).

Diese Hügelhäuser bedienen den Wunsch nach natürlichem Leben, vervollständigen den Trend, der für immer mehr Menschen mit gesunder Ernährung beginnt und sich über das Leben im Grünen fortsetzt. Dabei soll der aktuelle Wohnstandard trotzdem erfüllt sein, die Hügelhäuser würden im Kern so gebaut werden, wie die drei Stadthäuser „An den Ohreauen“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Die Fläche des ehemaligen Ohre-Zehners gehört der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG). Geschäftsführer Gerhard Thiede wollte gern einen Plan haben, was mit dieser Fläche geschehen kann. Er gab Nils Rademacher Licht für ein außergewöhnliches Projekt und bekam den Anblick der Hügelhäuser. Sollten sie tatsächlich entstehen, würde die WWG selbst nicht als Bauherr auftreten, sondern die Fläche verkaufen. Ob es dazu kommt, ist noch unklar. Einige Bauausschussmitglieder würden sich für diese Art Häuser einen anderen Standort wünschen. Die Debatte wird demnächst fortgesetzt.

Das zweite Projekt wurde vom Naturschutzbund (Nabu) in Auftrag gegeben und widmet sich der Verlängerung der Ohrepromenade. Die kann sich entlang des Ohreufers parallel zur Fabrikstraße fortsetzen. Noch gehören nicht alle Grundstücke dieser Achse der Stadt oder dem Nabu, sodass auch dieses Projekt vorerst als visionär gilt.

Und doch: Diese grüne Achse ist bereits im Stadtentwicklungskonzept als wünschenswert eingestuft. „Wir haben diese Anregung aufgegriffen“, sagt Nabu-Vorsitzender Jörg Brämer. Nun liegt der Entwurf vor und zeigt eine Art Allee, an der sich Gastronomie, Spiel- und Streuobstwiese, ein Fledermausbunker sowie ein Bootsanleger anschmiegen.

Beide Projekte, die Hügelhäuser und die verlängerte Ohrepromenade, waren unabhängig voreinander geplant und vorgestellt worden, fügen sich aber sowohl örtlich als auch thematisch eng aneinander.

Und noch ein dritter Aspekt, der ebenfalls im Bauausschuss vorgestellt wurde, spielt hinein und dem Nabu-Projekt in die Hände. Für den letzten Bauabschnitt des Lindhorster Weges müssen Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden, das heißt, für den Bau entferntes Grün woanders angepflanzt werden. Davon könnte das Ohreufer profitieren.