Wolmirstedt l Zum pädagogischen Konzept der Wolmirstedter Gutenberg-Schule gehören das Lernen im Team sowie das fächerübergreifende Lernen. Eltern, die sich für diese Schulform entscheiden, hoffen, dass ihre Kinder nach der Grundschule in die Gemeinschaftsschule wechseln können. Dort können sie mittlerweile sogar das Abitur ablegen. Doch für mache Kinder ist nach der Grundschule bei „Gutenbergs“ Schluss. Es sei denn, sie haben das Losglück auf ihrer Seite.

Grund sind zum einen die geltenden Schuleinzugbereiche, zum anderen wird es nur noch zwei fünfte Klassen geben. Kurz nach Beginn der Gemeinschaftsschulzeit 2015/16 gab es noch fünf. In jeder der beiden Klassen dürfen maximal 28 Kinder lernen, also finden 56 Kinder Platz. „Mehr wäre aufgrund fehlender räumlicher Kapazitäten nicht vertretbar“, heißt es aus dem Landkreis.

Das Platzproblem in der Gutenberg-Schule ist hinreichend bekannt, ohne die Außenstelle in der ehemaligen Harnisch-Schule wäre der Schulbetrieb nicht zu stemmen.

Dass es nur noch zwei fünfte Klassen gibt, hat für Kinder, die noch in der Gutenberg-Grundschule lernen, mitunter Konsequenzen: Sie müssen ab der fünften Klasse womöglich auf eine ander Schulen wechseln. Auch, wenn sie in Wolmirstedt wohnen. Solange sie nicht in einer der Straßen des Einzugsbereiches gemeldet sind, werden sie behandelt, wie die neuangemeldete Kinder aus anderen Ortschaften auch.

Neue Runde, neues Glück

In der Praxis heißt das zum Beispiel, ein Kind aus Elbeu darf nicht von der Gutenberg-Grundschule in die Gutenberg-Gemeinschaftsschule wecheln. Dafür bekommt diesen Platz ein Kind aus dem Umland, auch, wenn es bisher eine andere Grundschule besucht hat. Grob gesagt gilt nach der Grundschule das Prinzip: Neue Runde, neues Glück.

Grundschulleiterin Doreen Haensch würde gern allen Kinder, die schon in der Gutenberg-Grundschule lernen, den Weg in die Gemeinschaftsschule ebnen. Zumal die Konzepte aufeinander abgestimmt sind.

Doch das Aufnahmeverfahren für die fünften Klassen ist durch den Landkreis geregelt. Mädchen und Jungen, die in den „richtigen“ Straßen wohnen, können natürlich weiterhin die Gutenberg-Schule besuchen. Die verbliebenen Schulplätze werden nach folgender Rangfolge verteilt: Zuerst werden sie an die Wiederholer vergeben, dann werden die Kinder der vom Landkreis definierten wohnortnahen Bereiche berücksichtigt. Als drittes werden Geschwisterkinder aufgenommen. Sind nicht für alle Geschwisterkinder genügend Plätze vorhanden, entscheidet das Los. Sollten immer noch Plätze in den zwei fünften Klassen frei sein, wird unter den verbliebenen Bewerber ausgelost.

Im vergangenen Schuljahr haben sich 78 Kinder für die Gemeinschaftsschule „Johannes Gutenberg“ beworben.

Als die vor vier Jahren als Gemeinschaftsschule gestartet ist, wurden alle 121 BewerberInnen in fünf fünfte Klassen aufgenommen. Grund: Damals gab es erst wieder in Eilsleben und Wanzleben Gemeinschaftsschulen. Dorthin auszuweichen, hätte zu weite Wege bedeutet. Hätte der Landkreis Kinder nach Magdeburg entsandt, wären Gastschulgeld und Beförderungskosten fällig gewesen.

Inzwischen agiert auch die Leibniz-Schule als Gemeinschaftsschule, sodass es in Wolmirstedt eine Alternative gibt.