Niederndodeleben l Die Nacht zum Dienstag werden Christoph Lampe (30) aus Irxleben und Freundin Juliane Valentin (33) aus Niederndodeleben wohl so schnell nicht vergessen. Es war die Nacht, die sie zu Lebensrettern gemacht hat. Die jungen Leute waren sozusagen zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als ein Feuer im Haus eines Rentnerehepaares (78 und 85) in der Mittelstraße im Oberdorf von Niederndodeleben wütete.

Den jungen Leuten war der Rauch aufgefallen, als der Bewohner das Fenster öffnen wollte. Gemeinsam begannen sie den Mann aus dem Fenster zu ziehen. Nebenbei setzte Christoph Lampe auch gleich den Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst ab. Er ist selbst Mitglied der Irxleber Feuerwehr. Noch während Juliane Valentin den Mann befreite, stürmte Christoph Lampe ins Haus, um die Ehefrau zu retten – trat unterwegs eine Tür ein und zerschlug Fensterscheiben. „Ich habe sie erst nicht gefunden aufgrund des Rauches“, erzählt er im Nachhinein. Letztlich zog er auch sie mit Verstärkung seiner Freundin aus dem Fenster. „Ich bin froh, dass ich Feuerwehrvorkenntnisse habe, aber ohne Juliane hätte ich das nicht geschafft“, betont er.

46 Kräfte im Einsatz

Bis das erste Fahrzeug der Feuerwehr Niederndodeleben etwa fünf Minuten nach Alarmierung vorfuhr, lief Christoph Lampe noch mehrmals ins Haus. Die Senioren vermissten ihre Katze. Gefunden hat er sie nicht, er musste flüchten, weil die Flammen immer bedrohlicher wurden. „Ich habe noch einige Scheiben eingeschlagen, in der Hoffnung, dass sie rauskommt“, sagt er, ohne zu wissen, ob sie es geschafft hat. Die Senioren wurden rettungsdienstlich versorgt und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

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Die Niederndodeleber Feuerwehr forderte nach der ersten Lageerkundung über die Leitstelle Verstärkung an. So rückten aus Irxleben und Hohendodeleben Kräfte nach und auch die Drehleiter aus Hermsdorf kam. „Das Haus stand bereits in Vollbrand“, erklärt Gemeindewehrleiter Axel Klitschke, der als Einsatzleiter fungierte. Seine Kameraden löschten von innen besonders im Eingangsbereich und die Treppe nach oben sowie von außen. Nach etwas einer Stunde war der Brand bekämpft, die Löscharbeiten dauerten noch etwa eine halbe Stunde länger. Insgesamt waren 46 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt. „Ich hatte keine Einsatzklamotten mit, sonst hätte ich auch unterstützt“, so Christoph Lampe.

„Um 5.15 Uhr erfolgte noch eine Nachkontrolle, ob nicht Glutnester erneut aufgeflammt waren“, so Axel Klitschke. Er geht ebenso wie die Kriminaltechniker der Polizei davon aus, dass das Feuer durch einen Kabelbrand im Eingangsbereich entstanden ist. Mehrere Räume sind total ausgebrannt, derzeit ist das Haus nicht mehr bewohnbar.

Von einer Rettungstat zur nächsten

Als Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel von dem Unglück hörte, zeigte sie Mitgefühl mit den Betroffenen und wünschte baldige Genesung. „Sollte die Familie Hilfe brauchen, kann sich gern an mich wenden“, so Steffi Trittel.

Joachim Albrecht vom Polizeirevier Börde lobt das couragierte Auftreten von Juliane Valentin und Christoph Lampe, die so Schlimmstes verhindert haben. „Sonst hätten wir wahrscheinlich in der Nacht Tote zu beklagen gehabt“, erklärt er.

Nur ein paar Stunden zuvor hat Christoph Lampe auch schon beherzt eingegriffen, als er am Magdeburger Ring auf einen Verkehrsunfall zukam. Als Ersthelfer handelte er sofort.