Niederndodeleben l Der Heimat- und Kulturverein Niederndodeleben-Schnarsleben hatte für seinen Filmnachmittag einen Rückblick auf den Anfang der 1990er-Jahre angekündigt. Das interessierte viele Niederndodeleber, so dass es im Eiscafé „Treffpunkt“, dem Domizil des Heimatvereins, ganz schön eng wurde.

Großes Interesse

Auf Initiative von Reinhard Weber und mit Unterstützung von Ellen und Rüdiger Schöndube, die alle an diesem Nachmittag anwesend waren, war das Ortsporträt damals entstanden, als ein Sportverein aus dem Westteil Deutschlands sich ein paar Bilder zur Vorstellung des Ortes wünschte, „Ich hatte damals eine einfache VHS-Kamera“, erinnerte sich Reinhard Weber. Bereits vor zwei Jahren hat er an gleicher Stelle mit einem Blick in die Geschichte der Niederndodeleber Sportvereine Erinnerungen geweckt.

Inzwischen digitalisiert, flimmerte der Film nun über die Leinwand. Ellen Schöndube stellte als Moderatorin darin das Bördedorf mit all seinen Facetten vor. Nach einem Blick vom Wartberg ging es durch das frühere Schnarsleben (Oberdorf) mit der prägenden Mühle, der Kirche und den schmucken Bauernhöfen über die Schnarsleber Straße in das Unterdorf.

Ellen Schöndube moderiert

An dieser Stelle wurde auch der Titel des Films, „Niederndodeleben – als der Trabi noch übers Kopfsteinpflaster fuhr“ deutlich unterstrichen. Beim Spaziergang durch das Unterdorf konnten sich die Gäste erinnern, wie es einst an der Schrote, an der Kirche, an der Möbelfabrik als damals größtem Betrieb im Ort, an der Zuckerfabrik oder am Bahnhof aussah. Viele Torbögen und Fachwerkhäuser, von denen im Film einige gezeigt wurden, sind bis heute erhalten.

Weitere Aufnahmen von 2012

Besonders deutlich wurde die Verwandlung des 1985 eingeweihten Schulgebäudes an der Goethestraße, denn dieses war auch im zweiten Teil des Films ein wichtiger Anlaufpunkt. Diesen Film haben die Drei im Jahr 2012 anlässlich der 1075-Jahr-Feier in Niederndodeleben unter dem Titel „Niederndodeleben im 3. Jahrzehnt nach der Wende“ gedreht.

Mittlerweile von 2700 Einwohnern im Jahr 1990 auf 4000 Einwohner angewachsen, hatte sich das Gesicht von Niederndodeleben doch sehr geändert. Nicht nur die Bismarckwarte auf dem Wartberg war saniert worden, sondern auch neue Wohngebiete und eine neue Grundschule entstanden. Unter anderem war der Bahnhof geschlossen und statt der Kuhställe standen an der Magdeburger Straße inzwischen ein Supermarkt und eine Gaststätte.

„Haben wir irgendetwas vergessen?“, fragte Reinhard Weber, der heute in Leipzig lebt, aber noch eng mit seinem Heimatort Schnarsleben verbunden ist. „Das wäre dann wohl Anlass für einen dritten Teil.“