Wolmirstedt l In der Stadt an der Ohre wird gern geheiratet, das belegen die aktuellen Zahlen des Standesamtes. Das betrifft nicht nur Paare aus Mann und Frau – auch die Schließung gleichgeschlechterlicher Ehen gehört längst zum Alltag und wird deshalb auch nicht gesondert ausgewiesen.

Die 83 Eheschließungen im Jahr 2019 stellen ein echtes Hoch dar – 2018 gab es nur 70 und 2017 immerhin 73 Paare, die sich getraut haben. Der Januar ist dabei anscheinend nicht so beliebt bei den Heiratswilligen. 2019 wurde in diesem Monat nur eine Ehe geschlossen. Besonders beliebt waren im vergangenen Jahr die Monate Juni bis September, denn da gab es für die Standesbeamtin Kornelia Werner viel zu tun. Insgesamt 40 Paare traute sie allein in dieser Zeit. Die weiteren Eheschließungen teilen sich statistisch auf die übrigen Monate auf.

Geheiratet werden kann in Wolmirstedt an drei möglichen Standorten. Da gibt es für die Leute mit dem modernen Geschmack das Rathaus, Romantiker wählen für gewöhnlich das Bürgerhaus. Wer es eher etwas rustikal mag, der besucht die Schlosskapelle. In dieser Statistik führt das Rathaus mit 42 Eheschließungen, gefolgt von der Kapelle (32 Ehen) und dem Bürgerhaus (9).

Auch viele Magdeburger heiraten an der Ohre

„Für das Jahr 2020 gibt es bereits jetzt 58 Vormerkungen“, teilt Kornelia Werner weiter mit. In Wolmirstedt heiraten übrigens nicht nur Einheimische, viele Menschen kommen auch aus dem benachbarten Magdeburg, um sich quasi an der Ohre das Ja-Wort zu geben. Die wohl weiteste Anreise hatte vor ein paar Jahren ein Mann aus Brasilien.

Die Entwicklung der Geburten sieht dagegen etwas anders aus. Da es in Wolmirstedt kein Krankenhaus mehr gibt, kommen viele Kinder in der Landeshauptstadt zur Welt. Laut den Zahlen vom Einwohnermeldeamt ist für das zurückliegende Jahr hier ein Einbruch zu verzeichnen. Gab es 2017 insgesamt 78 Geburten, folgten 2018 noch einmal 85, für 2019 zeichnet sich ein Knick ab. Da erblickten nur 65 Neu-Wolmirstedter das Licht der Welt. Die Unterscheidung nach männlichen und weiblichen Nachkommen für die Ohrestädter gleicht sich – über den Drei-Jahres-Turnus gesehen – in etwa aus, wobei 2018 ein ausgesprochenes „Mädchenjahr“ war.