Wolmirstedt l In regelmäßigen Abständen bekommt die Förderschule „Gerhard Schöne“ in Wolmirstedt Besuch aus Israel. In diesem Jahr musste die geplante Reise einer Delegation der Förderschule für Menschen mit geistiger Behinderung „Beit Uri“ aus Afula in die Ohrestadt allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. „Wir alle haben uns schon sehr auf die Gäste gefreut, ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm war vorbereitet und Spendenanträge gestellt. Nun aber muss alles verschoben werden“, bedauert Lehrerin Antje Viohl. Auf den neuen Termin wollte der Lions Club Ohrekreis aber nicht warten und so übergaben Lionspräsidentin Erika Tholotowsky und Mitglied Frank Meyer kürzlich eine Spende in Höhe von 300 Euro.

„Wir unterstützen diese schöne Tradition sehr gerne, auch weil es um Menschen geht, die besondere Hilfe und Zuwendung benötigen. Außerdem möchten wir gerade in dieser schwierigen Zeit ein Zeichen setzen“, so Erika Tholotowsky. Und Frank Meyer hatte zusätzlich 30 Mundtücher, sogenannte Bandanas, mitgebracht.

Dank für das Geld

Für das Geld und den flotten Corona-Schutz bedankte sich Dr. Eckhard Frey, Vorsitzender des Fördervereins der Schule, mit herzlichen Worten. „Ich freue mich sehr, dass in diesen besonderen Zeiten an Menschen gedacht wird, die mehr Unterstützung als andere brauchen.“ Das Geld der „Löwen“, das unter anderem aus dem Erlös ihrer letzten Arbeitseinsätze stammt, ist für den Besuch der Israelis im nächsten Jahr sehr willkommen.

Der Förderverein muss außer dem Flug den gesamten Aufenthalt der Gäste hierzulande finanzieren. Ohne Sponsoren wäre dies nicht möglich. „Es ist deshalb erfreulich, dass uns neben den Lions auch andere langjährige Sponsoren weiter unterstützen“, so der Fördervereinsvorsitzende. Er und Antje Viohl informierten die beiden Lions zu der Gelegenheit gerne über ihr bisheriges Engagement.

Seit 13 Jahren besteht die Schulpartnerschaft mit der Förderschule in Afula. Dazu gehören die gegenseitigen Besuche von Schülerdelegationen im jeweiligen Partnerland, immer begleitet von Pädagogen und Dr. Eckhardt Frey, dem bekennenden Israelliebhaber und -Kenner. „Für unsere Schüler ist das immer sehr aufregend und eine unvergessliche Erfahrung. Mit großer Begeisterung pflegen sie die Kontakte zu den israelischen Schülern. Daraus sind auch Freundschaften entstanden“, so Antje Viohl.

Die jeweiligen Besuchsprogramme sind immer so zugeschnitten, dass die Schüler viel über Land und Leute erfahren. Im Vorfeld werden die Behinderten auf den Besuch vorbereitet, unter anderem durch Besuche des jüdischen Mahnmals in Magdeburg und dem jüdischen Friedhof in Wolmirstedt. Überzeugt sind die Beiden, dass mit der Partnerschaft zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung der Schöneschüler beigetragen werden kann.