Wolmirstedt l Heiß ist es in den Kindertagesstätten „Pusteblume“ und „Ohrespatzen“, mit jedem Sonnentag wird es noch heißer. Eltern berichten, dass es ihren Kindern schwerfalle, mittags zu essen, zu schlafen. „Die Räume sind wirklich sehr aufgeheizt“, weiß auch Andrea Weimeister, Geschäftsführerin der Sozialen Bürgerinitiative (SBI). Die SBI ist Träger unter anderem dieser beiden Kitas und hat derzeit beim Sonnenschutz kaum Spielraum. Die Außenbeschattung wurde vor einigen Wochen entfernt, aus Gründen der Gefahrenabwehr, heißt es aus dem Rathaus.

Das Gebäude gehört der Stadt Wolmirstedt, es stammt aus DDR-Zeiten und verfügt über große Fensterflächen. Wenn investiert wird, muss die Stadt als Eigentümerin bezahlen. Neue Außenjalousien wird es in diesem Jahr nicht geben. Dafür wurde kein Geld in den Haushalt eingestellt. Erst nächstes Jahr stehen 50.000 Euro zur Verfügung.

An Lösung arbeiten

An Zwischenlösungen wird jedoch fieberhaft gearbeitet. Als Erste-Hilfe-Maßnahme hat die SBI bereits Übergardinen gekauft, die lösen das Problem nur ansatzweise. Stadt und SBI haben sich deshalb entschieden, vorerst Innenrollos anzubringen, die beschichtet sind, sodass sie Hitze schon von außen abweisen. Das kostet zwar auch Geld, aber dieser Bruchteil der endgültigen Investition lässt sich kurzfristig realisieren, versichert Sabine Bednorz, die im Rathaus für Bau und Liegenschaften zuständig ist. Die Innenrollos sollen so schnell wie möglich gekauft und angebracht werden.

Wie die künftigen Außenjalousien beschaffen sein werden, ist noch nicht klar. Sie müssen auch Sturm und Wetter standhalten. Im Rathaus werden mehrere Möglichkeiten geprüft.

Nicht unter Hitze leiden

Die Kinder indes sollen von den Sorgen der Erwachsenen wenig mitbekommen, wenig unter der Hitze leiden. Solange sie draußen spielen, scheinen sie den Sommer in vollen Zügen zu genießen. „Wir sorgen dafür, dass die Kinder ausreichend trinken, dass sie mit Wasser spielen können“, sagt Andrea Weimeister.

Und tatsächlich ist in der Kita „Pusteblume“ das große Matschen angesagt. Dafür wurde schon vor Jahren eine Matschstraße angeschafft und im Schatten unter den Baumkronen aufgestellt. Die Kleinen genießen es sehr, mit Wasser und Sand zu spielen, sich vergnügt unterm Strahl des Wasserschlauches abzukühlen.

Nicht in allen Kitas ist das Problem derart groß. Die Glindenberger „Elbstrolche“ haben zwar auch große Fenster, aber eine umfangreiche Beschattung sowie Übergardinen. Bei den Farsleber „Weinbergwichteln“ sind die Fenster weniger groß, da bleibt mehr Sonnenlicht draußen.