Wolmirstedt l Freitagabend im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne: Durch das ganze Haus ziehen Gerüche von köchelndem Essen. Kinder flitzen von oben nach unten, von unten nach oben. In der Küche im Obergeschoss herrscht den Geräuschen nach geschäftiges Treiben, auf der Galerie stehen mehrere Männer angeregt ins Gespräch vertieft.

In der Küche bestätigt sich: Hier wird gewerkelt, was das Zeug hält. In einer Pfanne auf dem Herd brutzelt Gemüse. Shakshouka heißt das Gericht. Hobbykoch Jörn Mewes erklärt, was drin ist: „Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Spinat, das wird sehr würzig abgeschmeckt, und zum Schluss werden noch Eier hineingeschlagen und pochiert.“

Gemeinsame Zubereitung

Das Gericht stammt aus dem südlichen oder östlichen Mittelmeerraum, genau lässt sich das nicht zuordnen. Weit verbreitet ist es in der nordafrikanischen und israelischen Küche. Gekocht haben Männer und Frauen gemeinsam, die Zubereitung des gemeinsamen Abendessens ist hier keine reine Frauensache. Vorbereitet haben sie es gemeinsam, auch wenn das mit reichlich Schnippeln verbunden war.

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Dafür wurde das Gemüse eben in kleine Stücke und Streifen geschnitten, angebraten und dann nach traditioneller syrischer Art gewürzt. Das hört sich erst einmal einfach an, ist aber doch mit einer ganzen Menge Arbeit verbunden. Zumal im großen Festsaal nicht nur eine Handvoll Gäste warten. Dort ist jeder Stuhl besetzt, trotz ständigem Kommen und Gehen sind um die 40 Personen versammelt, die geduldig warten, bis Jörn Mewes und Haytham Alkadi mit den Pfannen aus der Küche kommen.

Ein Essen in drei Varianten

Für verschiedene Geschmäcker haben sie drei Varianten des Gerichtes vorbereitet: Eine vegane Variante, die nur das Gemüse beinhaltet. Außerdem ist der Inhalt einer Pfanne mit Feta und Ei verfeinert, in der dritten ist das Gemüse nur mit Ei versetzt. Eines haben die Pfannen gemeinsam: Sie sind innerhalb kürzester Zeit leer. Das selbstgebackene Pita-Brot, verfeinert mit getrockneten Tomaten, wird genauso schnell verputzt.

Die Akteure aus dem Integrationsbündnis stehen nach dem Essen mit zufriedenen Gesichtern da, freuen sich über das Miteinander. Unter den Gästen ist auch Hans-Ekkehard Stieglitz, Koordinator für Flüchtlingshilfe und der Netzwerkstelle für ehrenamtlich Engagierte beim evangelischen Kirchenkreis Egeln und Bördekreis. „Dieses Miteinander ist einfach beeindruckend“, sagt er und guckt durch den Saal. Jung und Alt, gleich welcher Herkunft, sitzen hier zusammen und genießen einen gemeinsamen Abend. Es dauert nicht lange, bis sich die Kinder wieder zum Spielen nach draußen verabschieden, einige Jugendliche gehen zum Aufpassen mit. Eins ist klar: Hier wird nicht nur miteinander gegessen, sondern auch aufein-ander geachtet.

Zum Abschluss sammelten die Mitglieder des Bündnisses noch Spenden, 100 Euro kamen zusammen. Das Geld schicken sie nach Syrien, um dort Familien zu unterstützen.