Niederndodeleben l Ein fröhliches „Bonjour“ – französisch für „Guten Tag“ – drang in den vergangenen immer wieder durch die Flure des Mauritiushauses in Niederndodeleben. 13 junge Franzosen und zwei Betreuerinnen waren hier zu Gast, um gemeinsam mit 13 deutschen Kindern und Jugendlichen die Partnerschaft zu leben, für die die Gemeinde Rottmersleben und die französische Gemeinde Soulaines-sur-Aubance vor zehn Jahren den Grundstein gelegt haben.

Einige der Jugendlichen aus verschiedenen Ortschaften der Hohen Börde kannten die französischen Gastkinder bereits, waren sie doch im vergangenen Jahr zu einer ähnlichen Jugendbegegnung in der französischen Region rund um Angers. So hatten auch alle den Bogen zur Verständigung schnell heraus, notfalls ging es mit Händen und Füßen.

„Wir haben abends auch viele Spiele gemacht, damit die Kinder sich und die Sprachen kennenlernen konnten“, erklärte die Streetworkerin der Gemeinde Hohe Börde, Anja Sandt. Sie hatte die Jugendbegegnung im Auftrag der Gemeinde Hohe Börde bereits über Monate vorbereitet, und war auch selbst als Betreuerin vor Ort. Unterstützt wurde das Vorhaben von der Partnerschaftsgruppe Rottmersleben – Soulaines sur Aubance um den Vorsitzenden Stephan Dudek sowie das Deutsch-Französische Jugendwerk.

Anja Sandt ist überzeugt davon, dass die französischen Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre deutschen Mitstreiter viele neue Eindrücke im Gepäck hatten, als sie am gestrigen Freitag wieder in Richtung Heimat aufbrachen. „Die neuen Freundschaften nicht zu vergessen“, so Anja Sandt. Diese konnten sie bei zahlreichen Entdeckungstouren festigen.

So ging es am Montag, nachdem sie sich im Mauritiushaus häuslich eingerichtet hatten, zum Baden ins Nordgermersleber Ökobad. Neben den Wasserspielen bot sich dabei Gelegenheit, sich auszutauschen, was sie am Wochenende zuvor in den Gastfamilien erlebt haben. Die ersten beiden Nächte und einen Tag verbrachten die französischen Kinder mit den deutschen Jugendlichen in deren Familien. Und eben jene wollten den Gastkindern auch etwas von ihrer Heimat zeigen und organisierten Ausflüge beispielsweise nach Thale, in die Derenburger Glasmanufaktur oder in die Wolfsburger Autostadt.

„Wir hätten die Kinder gern noch einen Tag länger bei uns gehabt“, hörte man manche deutsche Gastmutter und manchen Gastvater am Donnerstagabend beim gemeinsamen Grillabend am Mauritiushaus sagen. Auch das Lob zum guten Benehmen der Gastkinder war nicht zu überhören.

Erlebnisreich war aber auch der Tag, den die Teilnehmer der Jugendbegegnung gemeinsam in Magdeburg verbrachten. Bei einer Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus und einem Rundgang zu Fuß konnten sie einige Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt und die Elbe entdecken sowie die Einkaufsmöglichkeiten erkunden. Ein Stück weiter ins Land ging es am Mittwoch. Ein Besuch des Serengetiparks in Hodenhagen (Niedersachsen) stand an und brachte den Kindern viel Freude.

Ein bisschen Wehmut machte sich bereits am Donnerstag breit. Doch bevor die schöne Ferienwoche am Freitag langsam ausklingen sollte, unternahmen die Teilnehmer noch einen Dorfrundgang in Niederndodeleben, spielten gemeinsam und bereiteten gemeinsam den Grillabend mit den Eltern vor. Und am Abend war das „Hallo“ groß, als sich alle zum Essen unter dem großen Baum im Hof des Mauritiushauses versammelten.