Ratsentscheidung

Keine Mehrheit für Bau eines Solarparks in der Ortschaft Born der Gemeinde Westheide

Nur wenige Einwohner der Ortschaft Born kamen zur Gemeinderatssitzung

Von Hendrik Reppin
Thomas Güthling, Mitarbeiter des Energiepark-Entwicklers UAK aus Meißen presentierte den Gemeinderatsmitgliedern und Einwohnern in Born das Solarpark-Projekt. Fotos (2): Hendrik Reppin

Born

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Solarpark in Born wird nicht gebaut. Der Rat der Gemeinde Westheide konnte sich auf der Sitzung in Born am Mittwochabend nicht mehrheitlich für die Pläne des Energiepark-Entwicklers UKA aus Meißen entscheiden. Dabei waren die UKA-Mitarbeiter bereits zum dritten Mal in die Gemeinde Westheide gereist, um ihr Projekt vorzustellen. Sowohl in einer ersten nichtöffentlichen Sitzung, als auch in den beiden letzten öffentlichen Ratssitzungen, war der Bau des Solarparks bei Born das Hauptthema.

Nur wenige Borner in der Kegel- und Sporthalle

Weil nach Meinung der Gemeinderäte die Einwohner von Born über das Projekt nicht ausreichend genug informiert worden waren, wurde entschieden, die Ratssitzung im Ort abzuhalten. Zusätzlich landete ein Informationsblatt mit der Ankündigung der Projektvorstellung in den Briefkästen der Borner Einwohner.

Insgesamt elf Bewohner der Ortschaft Born hatten am Mittwochabend die Ratssitzung besucht. Nicht alle waren gegen dieses Projekt. Eine missverständliche Formulierung im Info-Blatt sei der Grund für die geringe Besucherzahl, hatte ein Borner erklärt.

Naturschutz in den Mittelpunkt gestellt

Thomas Güthling, Mitarbeiter beim Energiepark-Entwickler berichtete an diesem Abend von bereits gegangenen planerischen Schritten, von zukünftigen Blühstreifen rund um die etwa 37 Hektar große Anlage, mit Insektenhotels, Bruthilfen für Vögel und einer niedrig wachsenden Gehölzstruktur. Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln sollten zeigen, wie wenig vom möglicherweise entstehenden Solarpark schließlich zu sehen wäre.

„Ich wäre hier bei uns froh über jedes Stück Acker, das auf diese Weise genutzt und nicht umgepflügt wird“, sagte ein Einwohner von Born nach der Präsentation. So würde der ohnehin schon nährstoffarme Boden nicht durch den Wind auch noch in den Ort getragen.

Wehrleiter vermisst die Risikobewertung

Auch der Borner Wehrleiter Maik Kandelhardt war in der Kegel- und Sporthalle unter den Besuchern. Er kritisierte die fehlende Risikobewertung. „Ich habe schon solche Solaranlagen in Flammen stehen sehen. Um ein solches Feuer unter Kontrolle zu bekommen, sind weder die Borner Feuerwehr noch die umliegenden Wehren in der Lage.“

Bei der anschließenden Abstimmung zeigte sich dann ein denkbar knappes Ergebnis: Vier Stimmen für die weitere Planung des Solarparks und genausoviele dagegen. „Damit hat das Projekt Solarpark in Born bei den Gemeinderatsmitgliedern keine Mehrheit gefunden“, kommentierte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Elbe-Heide das Votum.

Flächennutzungsplan für Solarparks überarbeitet

Derweil geht die Suche nach geeigneten Standorten für Photovoltaikanlagen in der gesamten Verbandsgemeinde Elbe-Heide weiter. Derzeit beschäftigt sich ein unabhängiges Planungsbüro damit, den Flächennutzungsplan für alle sieben Mitgliedsgemeinden zu überarbeiten. Als Ergebnis sollen darin Flächen markiert werden, die sich für die Errichtung von Solarparks eignen. Um so wenig wie möglich die Natur zu beeinträchtigen, könnten Areale ausgewiesen werden, die ohnehin schon Einschnitte in die Natur bedeuten. Beispiele sind die Ränder an der Autobahn.