Groß Ammensleben l Wer die Familie Löderbusch in Groß Ammensleben besucht, muss den Hügel zur ehemaligen Klosterkirche hinaufsteigen. Doch es lohnt sich, den Weg auf sich zu nehmen. Etwas versteckt liegt das alte Pfarrhaus, in dem Michael und Elisabeth Löderbusch mit ihren sechs Kindern heimisch geworden sind. Das Grundstück wirkt naturbelassen und idyllisch. Auf der Treppe zur Eingangstür haben es sich zwei Pfauen gemütlich gemacht. In der Küche duftet es nach frischem Kaffee. Der Blick aus dem Fenster fällt dabei sofort auf die Kirche St. Peter und Paul.

Familie Löderbusch sehr aktiv

Für Michael und Elisabeth Löderbusch ein zentraler Ort in ihrem Leben. Nicht nur, weil sie als gläubige Katholiken ohnehin regelmäßig den Gottesdiensten beiwohnen. Ihr Engagement für die Gemeinde geht noch weit über den Besuch der Heiligen Messe hinaus. Als Kirchenmusiker ist beispielsweise Michael Löderbusch bei der Gestaltung des Gottesdienste nicht weg zu denken.

Mal abgesehen davon, dass er den Chor leitet und mit der Männer- und der Frauenschola noch zwei weitere Ensembles gegründet hat. Elisabeth Löderbusch singt sowohl in der Frauenschola als auch im gemischten Chor mit. An der Gründung des Vereins zur Förderung der Kirchenmusik in Groß Ammensleben vor acht Jahren war das Ehepaar ebenfalls nicht ganz unbeteiligt.

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Förderverein existiert seit acht Jahren

„Den Förderverein aus der Taufe zu heben, hatte vor allem finanzielle Gründe. Für die Kirchenmusik war damals schlicht zu wenig Geld da“, erinnert sich Michael Löderbusch an die Anfangszeit und trinkt einen Schluck Kaffee. Eine gewisse Zufriedenheit mit der Entwicklung möchte der Musiklehrer gar nicht erst verbergen. Läuft halt gut mit der Kirchenmusik in der Niederen Börde.

Natürlich sei das Sammeln von Spenden immer noch zentraler Bestandteil des Vereinslebens, aber auch darüber hinaus habe man viel zu tun. Nämlich in erster Linie Konzerte organisieren und Künstler heranholen. Dass in Groß Ammensleben bereits der eine oder andere namhafte Musiker zu Gast war, hat sich rum gesprochen. Der Ort genießt in diesem Sinne einen ordentlichen Ruf.

Deutschlandfunk überträgt Gottesdienst

Dass der Deutschlandfunk in diesem Jahr einen Radiogottesdienst aus der Groß Ammensleber Kirche überträgt, mag nicht zuletzt musikalische Gründe haben. „Hinzu kommt noch, dass die Akustik in dem Gotteshaus und die Verkehrsanbindung sehr gut sind“, sagt Michael Löderbusch. Zu den Konzerten würden im Durchschnitt um die 70 Besucher kommen, schätzt Michael Löderbusch ein. In seinen Augen eine beachtliche Zahl.

Allerdings wäre es unfair, würde man den Verein allein auf die Veranstaltungen mit großer Strahlkraft reduzieren. Denn die funktionieren ohne vernünftige Ausstattung schlicht nicht. Investitionen in Zubehör nehmen deshalb einen großen Posten im Etat ein. Zuletzt schaffte man neue Chorstufen an, ein größerer Betrag floss außerdem in eine digitale Orgel. Für Michael Löderbusch schon ein gewisses Highlight. „Der Klang ist ausgezeichnet. Außerdem passt sie in jeden Koferraum. Wir können mit ihr also über die Dörfer fahren“, berichtet er.

Orgelsanierung als Fernziel

Trotzdem bleibe es ein Fernziel, die richtige Orgel in der Groß Ammensleber Kirche wieder zu reparieren. Das hundert Jahre alte Instrument wieder auf Vordermann zu bringen, ist jedoch ein enorm teures Vorhaben. Allein die letzte Sanierung habe 25.000 Euro verschlungen, sagt der Musiklehrer. Hinzu kommt, dass die Orgel unter dem heißen Sommer sehr gelitten hat. Ihr Holz hat sich zusammengezogen. Dadurch sind bleibende Schäden entstanden.

Der Förderverein hat das Instrument dennoch nicht aufgegeben. Das würde wohl schlecht zur Philosophie passen. Gegebenenfalls kleine Schritte zu gehen und sich in Geduld zu üben, gehört für die Liebhaber der Kirchenmusik schlicht und einfach dazu. Ans Ziel komme man trotzdem.