Klein Ammensleben l Die Tagesordnung des Ortschaftsrates Klein Ammensleben machte viele stutzig. Dort sollte es um eine neue Kita in Klein Ammensleben gehen. Dabei hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr entschieden, dass eine neue Kita in Groß Ammensleben entstehen soll. Dort sollen künftig Kinder aus Gutenswegen, Klein Ammensleben und Groß Ammensleben untergebracht werden. Trotzdem diskutieren die Klein Ammensleber vorab, ob die Kita im eigenen Ort nicht besser angesiedelt wäre.

Grund dafür ist die Finanzierung des Neubaus. Dieser soll 3,4 Millionen Euro kosten. In der vergangenen Gemeinderatssitzung im Juli wurde diese Summe wegen der erhöhten Baupreise nach oben korrigiert. Die Gemeinde erhofft sich für den Bau Fördermittel aus dem Stark-III-Programm, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kitas und Schulbauten mit zinslosen Krediten zu fördern. Insgesamt 2,5 Millionen Euro sind für den Kitaneubau beantragt.

Dass diese Fördermittel an die Niedere Börde gehen, ist laut Ortsbürgermeister André Baars „unwahrscheinlich“. Das sagte er im Ortschaftsrat, der vor einer Woche stattfand. Die Gemeinde hingegen wartet weiter auf den Bescheid der Fördermittel. „Es gibt bei diesem Bau viele Gesichtspunkte zu beachten. Es ist ein kleines Lotteriespiel, aber wir wollen nicht spekulieren“, sagt Reinhard Schimka, Leiter des Bauamtes auf Volksstimme-Nachfrage. Wann die Zu- oder Absage zu dem Antrag erwartet werden kann, ist unklar.

Ortsbürgermeister André Baars hat die Diskussion in Klein Ammensleben trotzdem angeregt. „Es ist besser, Themen vorzudenken, als ihnen hinterherzulaufen“, sagte Baars im Ortschaftsrat. Könnte die Kita auch in Klein Ammensleben gebaut werden? Wenn ja, wo? Oder könnte man das derzeitige Kita-Gebäude in der Krugstraße sanieren? Die Diskussion, die die Mitglieder des Ortschaftsrates Klein Ammensleben führten, enthielt diverse Zukunftsszenarien.

Das derzeit genutzte Gebäude, das ehemalige Bürgerhaus in der Krugstraße, müsste umfangreich saniert werden. Durch Wasserschäden sind die Kellerräume für die Kita „Parkstrolche“ nicht mehr nutzbar. Was jedoch eine Sanierung des Gebäudes kosten würde, ist unklar. „Ich wäre dafür, die Kita in Klein Ammensleben zu belassen“, sagte Baars im Ortschaftsrat. Klar ist: Die Stark-III-Förderung würde bei einem Neubau in Klein Ammensleben nicht infrage kommen.

Diskussionen um Abriss oder Neubau

Als Standortmöglichkeit wurde der Sportplatz anvisiert, der dann zur Hälfte bebaut werden würde. Außerdem wurde ein Abriss des alten Gebäudes in Erwägung gezogen, sodass an derselben Stelle in der Krugstraße ein neues Gebäude entstehen könnte. Dabei sprach Baars sich für einen Neubau aus, da die Sanierung alter Gebäude „oftmals ein Fass ohne Boden“ sei. Er wies darauf hin, dass die Finanzierung in den Haushalt aufgenommen werden müssten – und sprach damit das Haushaltsjahr 2019 an.

Doch bis der Gemeinderat eine solche Entscheidung fällt, ist es ein weiter Weg. Sollten die Fördermittel für Groß Ammensleben nicht bewilligt werden, müssten die Mitglieder über eine andere Möglichkeit der Finanzierung beratschlagen. „Die Gemeinde könnte auch ohne Fördermittel bauen, aber das wird aufgrund anderer Vorhaben sehr schwierig“, so Reinhard Schimka.

Sollte es keine Lösung geben, müssten die Beschlüsse zum Kita-Neubau in Groß Ammensleben aufgehoben werden. Dann würde die Standortfindung erneut beginnen – dann könnte Klein Ammensleben seinen Hut in den Ring werfen. Oder der Gemeinderat entscheidet sich gegen eine große Kita und unterstützt die Kitas in den einzelnen Ortschaften.

Bereits im März 2016 hat der Gemeinderat über den Standort einer neuen Kita entschieden. Dem Votum ging eine lange Diskussion voraus. Bis zuletzt hatten die Gemeinderäte auch das Grundstück der ehemaligen Schule in Gutenswegen im Blick. Doch anstatt die Schule umzubauen, entschieden sich die Mitglieder für einen Neubau und damit für einen Zusammenschluss der Tagesstätten Groß Ammensleben, Klein Ammensleben und Gutenswegen.