Dorfleben

Klares „Nein“ zu Schotter in Vorgärten

Die Verwaltung der Niederen Börde hat Hausbesitzer dazu aufgerufen, ihre Vorgärten nicht mit Schotter und Kies zuschütten zu lassen. „Die Gründe sind vielfältig. In jedem Fall gibt es bessere Alternativen als einen Schottergarten. Denn Schotter hat sehr viele Nachteile“, teilte die Gemeinde im aktuellen Amtsblatt „Kulturspiegel“ mit.

Von Sebastian Plötzsch
Schottergärten scheinen zwar pflegeleicht zu sein, haben aber auch Nachteile.
Schottergärten scheinen zwar pflegeleicht zu sein, haben aber auch Nachteile. Quelle: Symbolfoto: dpa

So sei ein Schottergarten nicht nur teuer in der Anschaffung, „Vögel und andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum“, hieß es weiter. Zudem heizten sich die Steine immer Sommer stark auf. Tatsächlich kann der Temperaturunterschied im Gegensatz beispielsweise zu Rasen bei bis zu 40 Grad Celsius liegen. Damit wird es schnell auch in den eigenen vier Wänden heiß.

Zudem werde ein Schottergarten nach spätestens zwei bis fünf Jahren durch Algen und Pflanzenaufwuchs unansehnlich. Vögel und Wind tragen nämlich Samen ein, die Pflanzen ausbilden. Somit sei regelmäßiges und aufwendiges Reinigen nötig. Hierfür kämen oft laute Laubbläser und Hochdruckreiniger zum Einsatz, deren Energieverbrauch Geld kostet und Kleinlebewesen schädige.

Oftmals würden auch Pestizide verwendet, die Lebewesen töten. Zudem werde im Gegensatz zu Pflanzenbewuchs kein Feinstaub gefiltert. Damit steige die Staubbelastung. Auch Lärm werde nicht geschluckt sowie der Boden verdichtet und versiegelt. Somit kann kein Wasser versickern und Hochwassersituationen etwa bei starken Regenfällen begünstigt. Zu guter Letzt wirkten Schottergärten monoton.

„Wer sich einen pflegeleichten Garten wünscht, muss nicht zum Schotter greifen“, heißt esweiter. So habe gerade die heimische Natur viele Alternativen zu bieten. „Wir können mit unseren Gärten viel dazu beitragen, eine angenehme, gesundheitsfördernde Wohnumgebung sowie Lebensräume für Flora und Fauna zu gestalten.“ Hilfe sei in Nabu-Gärten zu finden.