Colbitz l Zum ersten Friedensweg im neuen Jahr hatte die Bürgerinitiative Offene Heide am Sonntag nach Colbitz eingeladen. Es war bereits der 295. Friedensweg. Am Parkplatz vor dem Eismann fanden sich im 25. Jahr der Bürgerinitiative fast 60 Teilnehmer ein. Mit einem kurzen Resümee vom tags zuvor abgehaltenen Arbeitstreffen wurde das erarbeitete Ostermarschmotto „An Kriege gewöhnen? Niemals!“ vorgestellt.

Auf der Kundgebung richtete Andreas Höppner, der Landesvorsitzende der Partei Die Linke, das Wort an die Demonstranten. Höppner ist auch Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf und wohnt damit unmittelbar an der Colbitz-Letzlinger Heide. Er lobte zunächst die Initiative Offene Heide. „25 Jahre Bürgerinitiative und noch im Juni der 300. Friedensweg - soviel Einsatz und Durchhaltevermögen ist heutzutage selten.“ Der Redner ging auch auf die mit vielen Millionen Euro errichtete Übungsstadt Schnöggersburg ein. „Wir brauchen keine Kriegsübungsplätze, sondern eine friedliche Welt. Der Bundestag hatte die Chance, einen Beitrag dazu zu leisten, hat aber fünf Auslands- einsätze der Bundeswehr weiter verlängert.“

Kritik an Waffenlieferungen

Höppner thematisierte auch die deutschen Waffenlieferungen. „Fast alle Kriegsparteien kämpfen auch mit deutschen Waffen. Wer Waffen liefert, macht sich mitschuldig“, plädierte er für einen Stopp der deutschen Rüstungsexporte.

Jörg Lauenroth-Mago berichtete von seinem Gerichtstermin im Dezember in Bonn. Er wurde dort wegen einer Ordnungswidrigkeit zu einer Geldstrafe verurteilt. Lauenroth-Mago war im Juli 2016 mit den Friedensreitern durch militärisches Gebiet in der Colbitz-Letzlinger Heide geritten. Zu den Demonstranten sprach mit Andreas Kögler (Die Linke) auch ein Colbitzer Gemeinderat.

Nach der Kundgebung führte der Friedensweg zum Colbitzer Museumshof. Dort begrüßte Herbert Bilang, ehrenamtlicher Leiter des Museumshofes, die Besucher auch im Namen des Bürgermeisters. Bilang gab einen interessanten Einblick in die Geschichte des Vierseitentenhofes und führte die Teilnehmer sachkundig durch die thematischen Ausstellungen und Bestände des Hofes. In der Museumsscheune wurde dann der mitgebrachte Kaffee, Tee und Kuchen verzehrt. Viele Besucher werden gern wiederkommen.