Wolmirstedt l Die Polizisten Marco Rath und Jens Kaulfuß sind die ersten Ansprechpartner der Menschen in Wolmirstedt und den Ortsteilen, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Außerdem halten die beiden Beamten engen Kontakt zu den Schulen, Kindertagesstätten und Institu-tionen. In diesem Jahr musste das alles mit sehr viel mehr Abstand erfolgen und teilweise fielen einige Dinge buchstäblich der Corona-Pandemie zum Opfer.

Dennoch sind die beiden Polizisten sehr aktiv gewesen. „Zum Schulbeginn haben wir die entsprechenden Warnplakate aufgehängt“, berichtet Jens Kaulfuß. Aber die so wichtigen Fahrradprüfungen konnten nicht an allen Schulen in die Tat umgesetzt werden. „Die Arbeit ist wegen der Beschränkungen in einigen Momenten sicher etwas herausfordernder geworden“, schätzt Kaulfuß ein. So sind die Beamten selbst im Revier mit Maske unterwegs, sind zwei Personen in einem Einsatzwagen, muss auch hier die Maske getragen werden.

Gemeinsame Streifen

Das ist auch bei den gemeinsamen Streifen mit dem Ordnungsamt der Stadt so. Dabei stoßen Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter nahezu überall auf Graffiti-Schmierereien. „Das hat wirklich sprunghaft zugenommen“, bestätigt der Beamte. „Überall wo man hinschaut, sind irgendwelche Schriftzüge zu sehen.“ Dabei unterscheidet er schon zwischen den Dingen, die professionelle Sprayer zur Verschönerung angebracht haben und dahingekritzelten Zeichen. Sogenannte Fans der Fußballer des 1. FC Magdeburg führen da die Rangliste an. Die „Werbung für die Kicker“ ist überall zu finden. So war zum Beispiel nicht einmal der neue Streckenabschnitt der A 14 eröffnet, schon prangten dort Hinterlassenschaften von Hobby-Sprayern.

Auch in Wolmirstedt selber gibt es Stellen, die immer wieder beschmiert werden. So war der Neubau eines Drogerie-Discounters bereits mehrfach betroffen und selbst auf der Flaniermeile – der August-Bebel-Straße – sind die Graffitis nicht zu übersehen. „Es handelt sich bei den Graffitis um Sachbeschädigung, das darf man nicht vergessen und solche Fälle werden strafrechtlich verfolgt“, betont Jens Kaulfuß. Einige Hobby-Sprayer sind der Polizei gar schon ins Netz gegangen. So in der Bahnhofstraße, dort wurden sie von einer Kamera gefilmt.

Betrügereien sind gerade zum Jahresende stark angestiegen. Da ist das Internet ein echter Tummelplatz. Selbst kurz vor dem Termin mit der Volksstimme haben die Regionalbereichsbeamten schon wieder eine neue Anzeige bekommen. „Die Menschen fallen gerade zu den Festtagen auf sogenannte Fakeshops herein“, erläutert der Beamte.

Professionelle Internetseiten

Die entsprechenden Internetseiten sehen professionell aus und bieten vermeintliche Waren zu unschlagbar günstigen Preisen an. Bezahlt werden soll dann auf Vorkasse und das möglichst im Ausland. „Da müssen die Alarmglocken schrillen“, sagt Kaulfuß. „Ein Beispiel war in diesem Fall eine Firma aus der Schweiz, die ihr Geld nach Irland bekommen wollte. So etwas sieht man bei der Überweisung an den Länderbuchstaben.“

Der Polizist rät von einer Vorauszahlung generell ab. „Da gibt es einschlägige Dienstleister, die die Transaktion und die Sicherheit der Ware sogar garantieren“, erläutert er. So sei beispielsweise Paypal recht sicher. „Allerdings darf hier nicht die Freundeoption ausgewählt werden, denn dann entfällt der Schutz“, weiß Kaulfuß zu berichten.

Hier lauert der nächste mögliche Betrug, denn oft wird dem Käufer auf diese Weise eine Ersparnis suggeriert. „Wer hochwertige Dinge erwirbt, der sollte nicht an ein paar Euro sparen wollen, um dann am Ende als Betrogener dazustehen“, empfiehlt der Beamte. In dem Zusammenhang verweist er auf den sogenannten Enkeltrick mit allen seinen Variationen.

Besser die Polizei anrufen

„Gerade in der Corona-Pandemie beobachten wir bei Telefon-Betrügereien einen Anstieg und es gibt tatsächlich leichtgläubige Menschen, die immer wieder darauf hereinfallen“, hebt er hervor. Generell gelte, dass man bei vermeintlichen Notlagen von Bekannten und Verwandten diese persönlich zurückrufen sollte. Im Zweifelsfall sei ein Anruf bei der Polizei immer die bessere Wahl. „Da sind wir auch schon bei einer anderen Form dieses Tricks“, erklärt Jens Kaulfuß. „Die Polizei ruft niemals bei Bürgern an und will wissen, ob irgendwelche Wertsachen im Haus sind. Sie fordert diese auch nicht ein oder will Banknoten auf Echtheit überprüfen.“ Dagegen sollten Bürger sich bei solchen dubiosen Anrufen sofort selber bei der Polizei melden.

In den zurückliegenden Wochen sind zudem recht dreiste Einbrüche beobachtet worden. So hatten Unbekannte ein Modegeschäft am Zentralen Platz an einem Wochenende (Volksstimme berichtete) ausgeräumt. „Die Menschen sollten mit offenen Augen durch die Stadt gehen und Beobachtungen sogleich melden“, empfiehlt der Beamte.

Beliebt unter den Langfingern sind in der Ohrestadt nach wie vor Fahrräder. Diese werden recht oft gestohlen, wobei es ihnen die Besitzer auch oft leicht machen und diese nicht richtig mit einem Sicherheitsschloss versehen. Ein Rad sollte immer so angeschlossen werden, dass es Kontakt zu einem festen Halt hat. Das Sicherheitsschloss nur um ein Rad und seine Speichen zu legen, sei für geübte Diebe kein Hindernis und bedeute oftmals den Verlust des Versicherungsschutzes. Darauf hatte in diesem Jahr schon der Regionalbereichsbeamte Marco Rath hingewiesen.