Niederndodeleben l Vor 30 Jahren hat die Ära des Mauritiushauses in Niederndodeleben begonnen. Mit intensiver Bildungsarbeit hat die Einrichtung seitdem dafür gesorgt, dass sie selbst und der Ort Niederndodeleben bekannt geworden sind und dass Verbindungen geschaffen wurden. So fand sich auch am Wochenende eine ungewöhnliche Kombination von Menschen, die teils von weither gekommen waren, zusammen. Gemeinsam wollten sie auf den runden Geburtstag des Mauritiushauses anstoßen und an das zurückdenken, was bisher mit der Bildungsarbeit erreicht worden ist. „Sogar in Windhuk in Namibia habe ich Leute getroffen, die Niederndodeleben und das Mauritiushaus kannten“, unterstrich der Kuratoriumsvorsitzende des Mauritiushauses, Peter Herrfurth.

Während der Anfangszeiten des Mauritiushauses vor 30 Jahren war vieles noch anders als heute: Die Mauer, die Deutschland trennte, stand noch, es gab noch keine Kreativscheune, das Tagungshaus war nur eine Scheune und das Pfarrhaus hatte auch noch keine 30 Betten, in denen die Gäste die Nächte verbringen können,. Auch an eine Bildungsreferentin war noch nicht zu denken.

Auf der anderen Seite gab es aber, wie Peter Herrfurth während des Festgottesdienstes zum 30-jährigen Bestehen betonte, schon Ideen, Träume und Visionen. Und daraus ist in 30 Jahren Bildungsarbeit einiges geworden. Es waren 30 Jahre Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verschiedenen Themen, die die Horizonte erweiterten.

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Aha-Erlebnisse

Die Frage „Hat es sich gelohnt?“ beantwortete Peter Herrfurth gleich selbst mit einem „Ja“. Menschen hätten sich auf den Weg gemacht, hätten Erkenntnisse mitgenommen und Aha-Erlebnisse gehabt, hätten Schlüsse für ihre Berufswahl gezogen. „Der Erfolg steckt im Detail“, so Herrfurth. Weil nicht zuletzt auch Neugier, kritisches Denken und Interesse an anderen Regionen geweckt werden konnte, sind die bisherigen 30 Jahre des Mauritiushauses noch lange nicht genug. „Als Lern- und Sensibilisierungsort wird das Mauritiushaus gebraucht“, unterschrieb Peter Herrfurth die Daseinsberechtigung.

Dass es das Mauritiushaus noch lange gibt, hoffte auch der 19-jährige Tobias Bernt, der gerade mit dem 24. Jahrgang des Freiwilligenprogramms des Missionswerkes Leipzig in Niederndodeleben weilte. Und das nicht zum ersten Mal. „Zum ersten Mal war ich hier, als ich in der siebenten Klasse war, und ich freue mich immer wieder, wenn es nach Niederndodeleben geht“, sagte er und berichtete von einem besonderen Zuhause-Gefühl, das er hier spürt, wie nirgendwo anders. „Ich bin hier vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Ansichten begegnet und finde das wichtig, ich habe nur gute Erinnerungen und möchte noch oft wiederkommen“, so Tobias Bernt, bevor er gemeinsam mit den anderen Teilnehmern des Leipziger Missionswerkes einen Baum pflanzte.

„Bei uns ist es Tradition, dass jeder Jahrgang des Freiwilligenprogramms einen Baum pflanzt, der 24. steht jetzt in Niederndodeleben“, erklärte Susann Küster-Karugia, Freiwilligenreferentin des Missionswerks Leipzig. Das Missionswerk ist eng mit dem Mauritiushaus verbunden.

An dem besonderen Zuhause-Gefühl, das Tobias Bernt hier verspürt, haben viele ihren Anteil – nämlich die, die das Mauritiushaus am Laufen halten vom Küchenteam bis zur Bildungsreferentin und zum Kuratorium. All diese konnten sich anlässlich des Festgottesdienstes über eine besondere Würdigung freuen. Peter Herrfurth hatte für sie kleine Säckchen mit Samen mitgebracht. „Das sind Samen, damit die Saat dann irgendwo aufgehen kann, so wie wir es mit der Bildungsarbeit im Mauritiushaus auch machen“, fügte er dem Dank hinzu.