Vereinsleben

Mit neuer Führung ins Jubiläumsjahr

Vor 15 Jahren hatte sich der Heimat-und Kulturverein Sandbeiendorf e.V. gegründet. All die Jahre hat Günter Grau die Geschicke des Vereins geführt. Im Jubiläumsjahr hat er nun den Staffelstab an Stefan Johannes Polzin weitergegeben.

Von Hendrik Reppin
Öko-Landwirt Stephan Johannes Polzin will auch sein eigenes Hobby, den Erhalt alter Erntemaschinen und Geräte, stärker in die Vereinsarbeit einbringen.
Öko-Landwirt Stephan Johannes Polzin will auch sein eigenes Hobby, den Erhalt alter Erntemaschinen und Geräte, stärker in die Vereinsarbeit einbringen. Foto: Hendrik Reppin

Sandbeiendorf - „Neben dem Blick auf die Geschichte des Dorfes möchte ich den Fokus auch auf die Zukunft richten“, sagt der frisch gewählte Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Sandbeiendorf e. V., Stephan Johannes Polzin gegenüber der Volksstimme. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollten im Verein möglichst eine gleichwertige Position bekommen.

Gründungsmitglied übernimmt den Vorsitz

15 Jahre lang hatte Günter Grau den Verein als Vorsitzender geleitet. Der als einstiger jahrelanger Landesradsportpräsident bekannt gewordene Sandbeiendorfer hatte schon im Vorfeld der Vorstandswahlen erklärt, den Staffelstab im Jubiläumsjahr weiterreichen zu wollen. Die Wahl fiel schließlich auf Stephan Johannes Polzin. Immerhin hatte der bekannte Öko-Landwirt aus Sandbeiendorf bei der Gründung des Vereins vor 15 Jahren als stellvertretender Vorsitzender den Verein mit aus der Taufe gehoben.

„Ein solcher Verein hat immer wieder den Ruf, sich vordergründig um die Geschichte des Ortes zu kümmern“, so der neue Vorsitzende. „Sobald es wieder möglich ist, wollen wir mehr Veranstaltungen für die Jugend und die jüngeren Erwachsenen des Dorfes organisieren.“ Der Dorfgemeinschaftsplatz und Reitplatz in Sandbeiendorf könnte dafür stärker genutzt werden. Bei der Organisation von Festen und Feierlichkeiten habe der Heimat- und Kulturverein schon viele Erfahrungen gesammelt. „Mit der Planung eines Erntedankfestes hatte es einst angefangen. Da hatte es der Verein geschafft, alle anderen Vereine und Einrichtungen aus dem Dorf mit ins Boot zu bekommen.“ Ab diesem Zeitpunkt habe es begonnen, Spaß zu machen, die Organisation solcher Veranstaltungen auf viele Schultern zu verteilen. In Zukunft beispielsweise junge Bands für ein Konzert nach Sandbeiendorf zu holen, könne sich Stephan Johannes Polzin gut vorstellen.

Verein hofft auf Nachwuchs und Kraft der Jüngeren

„Mit solchen Aktionen machen wir auch bei den jüngeren Einwohnern von Sandbeiendorf ein bisschen Werbung für den Verein“, sagt der Vorsitzende. Denn inzwischen würde die Frage nach dem Nachwuchs im Verein sich immer mehr aufdrängen. „Keine Frage, unsere Mitglieder wollen den Menschen im Dorf immer wieder tolle Veranstaltungen anbieten. Aber irgendwann geht es nicht mehr, beim Open-Air-Fest den ganzen Abend am Grill zu stehen oder in unserer traditionellen Weihnachtsgasse bis zu später Stunde für Unterhaltung zu sorgen.“ Da bräuchte es die Kraft der Jüngeren, die als Mitglieder im Verein das Dorfleben mitgestalten wollen.

Die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Kindergarten soll nach Meinung von Stephan Johannes Polzin erhalten und weiter ausgebaut werden. „Traditionell sind wir beispielsweise am Martinstag immer für die Kita da. Wir unterstützen auch die Spielgruppe der Jugendfeuerwehr.“

Darüber hinaus möchte der Verein in Zukunft noch stärker Ansprechpartner für die anderen Vereine in Sandbeiendorf sein. „Wenn zum Beispiel der Pferdezuchtverein unsere Hilfe braucht, stehen wir mit unserer Unterstützung bereit.“ Das Miteinander sei dem neuen Vorsitzenden enorm wichtig.

100 Jahre alte Landwirtschaftstechnik soll bewahrt werden

Auch sein Steckenpferd möchte Stephan Johannes Polzin in die Vereinsarbeit mit einbringen. Seine Sammlung von historischen Landmaschinen könnte dafür genutzt werden, jungen Menschen zu zeigen, wie Landwirtschaft vor 100 Jahren funktionierte. Ein weiteres Thema findet der neue Vorsitzende sehr spannend: „Ich würde gerne herausfinden, was für Bräuche es im Dorf einst gegeben hat. Vielleicht finden wir erstaunliche Rituale, die es Wert wären, sie wiederzubeleben.“ Er selbst hatte in Vorbereitung seiner Hochzeit herausgefunden, das ein Brautzug einst in Sandbeiendorf Tradition gehabt hätte. „Wir haben diesen Brauch wieder aufleben lassen und allen Beteiligten hatte es sehr gefallen.“ In Gesprächen mit den alteingesessenen Sandbeiendorfern wolle er in dieser Richtung weiter recherchieren.

Als sich vor 15 Jahren der Heimat- und Kulturverein in Sandbeiendorf gründete, gab es nur wenige Aufzeichnungen über die Geschichte des Ortes. Das war eine der Gründe, warum sich die damals zehn Mitglieder zu einem Verein zusammentaten. „Es ist wichtig, dass kleine Orte eine Identität haben und die Bürger gemeinsam nach vorne schauen“, sagte der Vorsitzende Günter Grau bei der Gründungsveranstaltung.

23 Mitglieder aktiv für ein buntes Dorfleben

Inzwischen sei der Verein auf 23 Mitglieder angewachsen, berichtet jetzt der ehemalige Vorsitzende. „Alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, Geschichte und Traditionen mit zeitgemäßen Höhepunkten im Einklang zu bringen und so ein vielfältiges kulturelles Leben in der kleinen  Gemeinde zu präsentieren“, teilte Günter Grau mit. Alle fünf Jahre erscheine in Sandbeiendorf eine kleine Broschüre, die dies eindrucksvoll dokumentiere.

Genau wie Günter Grau hat zur Vorstandswahl auch Schatzmeisterin Anke Hauf ihren Posten zur Verfügung gestellt. Bestätigt wurde Tino Schneider als stellvertretender Vorsitzender. Neuer Schatzmeister des Vereins ist Mathes Butz, zum Schriftführer wurde Günter Grau gewählt. Er wird sich in Zukunft auch um die Chronik des Heimat- und Kulturvereins Sandbeiendorf kümmern.

Der ehemalige Vereinsvorsitzende Günter Grau bei der Enthüllung des Sandbeiendorfer Kaiser-Manöver-Steins im vergangenen Herbst.
Der ehemalige Vereinsvorsitzende Günter Grau bei der Enthüllung des Sandbeiendorfer Kaiser-Manöver-Steins im vergangenen Herbst.
Hendrik Reppin