Wolmirstedt l Plötzlich standen diese Schilder an der Straße, die Tempo 80 und ein Überholverbot verlangen. Und um es gleich vorwegzunehmen: Sie werden stehen bleiben. Autofahrer müssen sich daran gewöhnen, das Tempo vor der Unterquerung des Mittellandkanals zu drosseln und nicht zu überholen. Das Licht musste ja ohnehin schon angeschaltet werden. Doch warum das Tempolimit?

Das erklärt Andreas Boehle, Planungschef in Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium. Das ist zuständig für diese Bundesstraße und Mitarbeiter müssen neben den Straßen auch die Tunnel regelmäßig kontrollieren. Dabei müssen sie Vorgaben beachten und die sind in den Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Tunneln festgeschrieben.

Lichtwechsel als Gefahrenquelle

Nach diesen Richtlinien müssen die zulässige Höchstgeschwindigkeit und die Tunnelbeleuchtung aufeinander abgestimmt sein, damit der Wechsel von Hell zu Dunkel für die Autofahrer keine Gefahrenquelle darstellt. Die Helligkeit der Lampen im Tunnel lässt nach dieser Richtlinie nur eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zu. Das wurde bei der Prüfung festgestellt und deshalb wurden prompt die Schilder aufgestellt.

Die Prüfer bemerkten außerdem, dass die Beleuchtung dringend neu werden muss. Diese Erneuerung wurde bereits vorbereitet und noch in diesem Jahr bekommt der Tunnel neue Lampen. Die werden allerdings nicht heller leuchten, als die jetzt installierten. Das hat Kostengründe. Hellere Lampen würden höhere Bau- und Betriebskosten nach sich ziehen. Im Verkehrsministerium wurde deshalb entschieden, die Geschwindigkeit auch künftig auf 80 km/h zu beschränken.

Rumpeltunnel muss noch warten

Der Mittellandkanal wird auch an anderer Stelle unterquert, in Elbeu von der Kreisstraße 1171. Dort macht vor allem der alte Straßenbelag den Anwohnern zu schaffen. Sie hören, wenn Fahrzeuge darüberrumpeln. Schon lange gibt es Forderungen, den Belag zu glätten, damit die Lärmbelästigung zurückgeht. An dieser Stelle ist allerdings der Landkreis zuständig. Dem hat das Verkehrsministerium eine Anwohnerbeschwerde zugeleitet.

Das Verkehrsministerium als Aufsichtsbehörde sieht es als plausibel an, dass der Landkreis abwartet, bis das Wasser- und Schifffahrtsamt die notwendigen Reparaturen im Tunnel abgeschlossen hat, bevor die Fahrbahn sowie der Rad- und Gehweg saniert werden. Das soll 2022 so weit sein. Unabhängig von der Rumpelei gilt die Straße unterm Elbeuer Tunnel als verkehrssicher.