Wolmirstedt l Probenzeit. Aus dem kleinen Raum ganz links im Erdgeschoss des Bürgerhauses dringt Gesang. Es wird keine Musik aus der Konserve gespielt, sondern es erklingen russische Lieder. Hinter der Tür probt die Singegruppe „Kolorit“ des Katharina-Vereins. Am kommenden Sonntag, 14. Oktober, ab 14 Uhr werden sie die Musik ihrer Heimat dem Publikum in der Katharinenkirche vorstellen.

Singegruppe mit russischer Folklore

Wer die hölzerne Tür zum Vereinsraum öffnet, wird herzlich willkommen geheißen, auch als Zuschauer der vorletzten Probe. Sergey Kozlov ist der musikalische Leiter der Singegruppe „Kolorit“, er hat ein gewinnendes Lächeln und ein großes Herz für Musik. „Kalinka“, sagt er, und die Männer und Frauen blättern im Notenhefter nach diesem Lied, das sie eigentlich längst auswendig kennen.

Sergey Kozlov stimmt an, die Männer und Frauen stimmen ein, das Lied beginnt zart und verhalten, nimmt schließlich Fahrt auf, reißt unweigerlich mit. Sergey Kozlov weiß, dass es beim Publikum ankommen wird.

Tänze aus Indien und dem Iran

Doch die Singegruppe „Kolorit“ wird das Festival der Multikultur nicht allein bestreiten. Herr Kozlov und seine Mitstreiter haben sich umgeschaut und viele andere Musikliebhaber gefunden. Und wie es der Titel verrät, werden in der Katharinenkirche tatsächlich viele Kulturen vertreten sein: Der Stendaler Migrantenverein zeigt Volkslieder und Tänze aus dem Iran, Indien und Afghanistan, eine vietnamesische Kindertanzgruppe aus Magdeburg zeigt ihr Können.

Aus Wolmirstedt kommt der Gemischte Chor, Bergmannslieder werden vom Zielitzer Bergmannschor interpretiert. Viktor und Olga Helm werden russische Lieder singen, aus dem ganzen Bördekreis kommen junge Instrumentalisten und Sängerinnen der Kreismusikschule. Auch syrische und afghanische Musiker nehmen am Festival teil, insgesamt werden 15 verschiedene Musik- und Tanzgruppen ihr Können präsentieren und zu einem gelungenen Programm beitragen.

15 Musik- und Tanzgruppen

Kultur ist natürlich weit mehr als Musik, deshalb wird die russische Malerin Elena Segal im Vorraum der Kirche Bilder ausstellen. Sie zeigt mit ihren Aquarellen die Natur ihrer russischen Heimat.

Das multikulturelle Musikfestival wird aus Mitteln des Bundes und des Landkreises Börde aus dem Programm „Partnerschaft für Demokratie“ bezuschusst. „Wir fördern alle denkbaren Arten von Veranstaltungen, die Vereine gern durchführen möchten“, sagt Verantwortlicher Tino Garlipp, „wichtig ist, dass diese Veranstaltungen Menschen zusammenbringen, die Gemeinschaft fördern und nachhaltig für die Gesellschaft sind.“

Den symbolischen Förderscheck in Höhe von 1408,50 Euro hatte Landrat Martin Stichnoth kürzlich an Sergey Kozlov übergeben. Der hofft, dass viele Besucher den Weg zum Festival finden.