Born/ Barleben l Kaum hatte sich der Nebel verzogen, gingen sie ans Werk. In einem Nadelwald bei Born in der Altmark wimmelte es am Sonnabendmorgen vor rund 100 eifrigen Schülern und Eltern des Ecole-Gymnasiums in Barleben. Ausgerüstet mit Spaten und großem Tatendrang gingen sie gemeinsam ans Werk. Im Rahmen der Aktion „Ohne Moos nix los“ pflanzten sie insgesamt 5000 junge Eichen. Die Kinder wollten sich damit Geld für ihre Jugendfeier verdienen. Die Waldbauern Simone und Lutz Freytag brauchten wiederum Pflanz-Helfer für ihre Setzlinge.

„Die Aktion diente auch der Artenvielfalt und einem vielfältigeren Mischwald, um fit zu sein für den Klimawandel“, erklärt Förster Lutz Freytag, der den Förderverein „Ecole Aktiv“ auf das Projekt aufmerksam machte. Seine Kinder besuchen ebenfalls das Gymnasium in Barleben. Viele hätten sich anfangs ungläubig gezeigt, dass sie es schaffen, an nur einem Tag so viele Bäume in den Boden zu setzen. Pro gepflanzter Eiche verdienten sich die fleißigen Schüler den üblichen Betrag, den auch eine Baumschule berechnet hätte, erklärt Lutz Freytag. Zusammen erwirtschafteten sie pro Stunde rund 1000 Euro für ihre Jugendfeier-Kasse, fügt er hinzu.

„Ich finde es wichtig, dass Kinder den Begriff Nachhaltigkeit am praktischen Beispiel erleben“, sagt Simone Freytag. Das Organisatorenteam hatte alles genau geplant. „Guido Jäger und Heino Näth hatten alle Hände voll zu tun, um im Rahmen des Jugendfeier-Programms den reibungslosen Ablauf sicherzustellen“, berichtet Lutz Freytag. Nach einer kurzen Einweisung vom Forstfachmann über die richtige Tiefe des Pflanzloches und ausreichend Platz für die Wurzeln, ging es ans Werk.

Nach nur drei Stunden war es geschafft

Die Schüler des Ecole-Gymnasiums haben sich schon einmal an solch einer Pflanz-Aktion beteiligt. Doch die Bäumchen aus dem vorigen Jahr seien „im katastrophalen Trockensommer“ fast alle verdorrt, erklärt der Förster. „Letztes Jahr haben wir ein paar tausend Euro buchstäblich in den Sand gesetzt, aber wir bleiben dran und pflanzen weiter, um den reinen Kiefernbestand in einen Mischwald umzugestalten.“ Von diesem Naturschutzprojekt sollen auch andere profitieren: „Die ökologische Aufwertung wird auf einem Ökokonto bei der Naturschutzbehörde dokumentiert. Private oder gewerbliche Bauherren, die für Bauvorhaben einen Naturschutz-Ausgleich leisten müssen, können hier sogenannte Ökopunkte erwerben, anstatt selbst Bäume pflanzen zu müssen“, erläutert Lutz Freytag.

Mit vereinten Kräften war die Arbeit am Sonnabend nach nur drei Stunden geschafft. 5000 Bäume mehr wachsen durch die Hilfe der Barleber Schüler nun in dem Wald bei Born. Nun hoffen die Förster auf genügend Regen, damit die Bäumchen diesmal den Sommer überstehen.