Jersleben/Vahldorf l Auf einem fünf Hektar großen Grundstück will Henrik Borgmeyer, dessen Firma Bioconstruct GmbH bereits 300 solcher Anlagen in europäischen Ländern betreibt, eine Biogasanlage bauen, die hauptsächlich mit Mais und Zuckerrüben arbeitet. Das erzeugte Gas soll dann an einen großen Energieversorger verkauft werden, der damit wiederum Blockheizkraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme antreiben will.

Mit einer Leistung 700 Kubikmetern Biomethan pro Stunde könnte die Anlage den Strom- und Wärmebedarf von rund 20.000 Bürgern bedienen, führte Borgmeyer aus. Nötig seien dafür sechs Behälter mit einer Höhe von bis zu 20 Metern, eine Fahrsilo-Anlage mit einer Größe von 1,5 Hektar sowie eine Mistlagerhalle und ein Blockheizkraftwerk. Im Jahr benötigt die Anlage voraussichtlich rund 16.000 Tonnen Mist, dazu 53.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe wie Mais und Zuckerrüben. Diese sollen innerhalb der Region höchstens über 15 Kilometer transportiert werden. Borgmeyer: „Bei weiteren Wegen rechnet sich der Transport nicht mehr.“

Firmensitz in der Niederen Börde

Den Firmensitz der Betreibergesellschaft für die Anlage will Borgmeyer in der Niederen Börde ansiedeln. Unumwunden gibt er zu: „Der Hebesatz für die Gewerbesteuer ist hier günstiger als in Melle, wo wir unseren Hauptsitz haben. Für die Niedere Börde hätte das auch noch den Vorteil, das die erwirtschaftete Gewerbesteuer hierbleibt und nicht an einen weit entfernten Ort fließt.“

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Die besagte Gewerbesteuer soll nach vier bis fünf Jahren anfallen, wenn die Anlage sich zu rentieren beginnt. „Wir rechnen bei dieser Größenordnung mit zwischen 50.000 und 100.000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr“, erklärt Borgmeyer.

600 Meter Entfernung zu Vahldorf

Die Mitglieder des Hauptausschusses reagierten größtenteils positiv auf das Vorhaben. Gerade bei den Ausführungen zur Gewerbesteuer kam zustimmendes Gemurmel auf. Gerhard Schmidt aus Dahlenwarsleben kommentierte die Baupläne so: „Das kann ich nur befürworten. In unserer Gegend bietet sich eine Biogasanlage an, die Landwirtschaft ist ja da.“ Nils Schufft ergänzte: „Die Anlage würde am geplanten Standort niemanden stören, das wäre eine gute Sache.“

Auf eine mögliche Geruchsbelästigung ging Borgmeyer noch ein: „Die Anlage soll 600 Meter von der Wohnbebauung in Vahldorf stehen. Natürlich kann es bei wirklich ungünstiger Wetterlage mal dazu kommen, dass es stinkt. Das lässt sich nicht komplett vermeiden, wird aber nur kurze Zeiträume betreffen.“

Gemeinde kann Teilhaber werden

Burkhardt Wohlfarth, seines Zeichens Vorsitzender des Gemeinderats, befand: „Wir sollten das angehen und dem Gewerbegebiet mehr Leben einhauchen.“ Auch Vahldorfs Bürgermeister Gerhard Jürges begrüßte das Vorhaben.

Die Gemeinde Niedere Börde kann sich an der Anlage als Teilhaber beteiligen. „Wir betreiben sie aber auch allein, wenn sich niemand beteiligen möchte“, sagte Borgmeyer. Arbeitsplätze würden allerdings nicht in Größenordnungen entstehen. In aller Regel würden laut Borgmeyer die Anlagen mit drei Mitarbeitern betrieben.