Wolmirstedt l Munter löffeln die „Kleinen Elbstrolche“ ihre Suppenteller leer. Gemeinsames Mittagessen- fast sieht es aus wie immer. Doch wie in allen anderen Kitas, müssen auch bei den Glindenberger Elbstrolchen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das Team um Geschäftsführerin Andrea Weimeister hat viel dafür getan, dass der Alltag funktioniert.

Andrea Weimeister ist Geschäftsführerin der Sozialen Bürgerinitiative Glindenberg (SBI). Diesem Verbund gehören sieben Kitas an, vier davon liegen im Bereich Wolmirstedt. „Wir haben für jede unserer Einrichtungen ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet.“ Sieben Konzepte für sieben Kitas - dieser Aufwand war notwendig, weil jede Kita ihre Eigenheiten hat.

Die größten Kitas der SBI, die „Ohrespatzen“ und die „Pusteblume“, teilen sich ein Gebäude in der Straße der Deutschen Einheit. Dort nutzen beispielsweise jeweils zwei Gruppen eine Garderobe. Deshalb müssen Eltern beim Bringen oder Abholen mitunter länger warten, denn nur eine Familie darf sich im Garderobenraum aufhalten.

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Bei den kleinen Elbstrolchen in Glindenberg hat zwar jede Gruppe ihre eigene Garderobe, doch auch dort kann es zu Wartezeiten kommen. „Die Eltern bleiben aber eigentlich überall gelassen“, weiß Andrea Weimeister.

Wenig Verständnis für Maskenpflicht

Weniger Verständnis gebe es für die Maskenpflicht. Eine Mund-Nasenbedeckung ist für Eltern vorgeschrieben, sobald sie die Einrichtung betreten. Das stößt offenbar nicht bei jedem Elternteil auf Gegenliebe, doch darauf müssen die Erzieherinnen bestehen.

„Die Kinder kennen die Regeln erstaunlich gut“, haben die Erzieherinnen beobachtet. Sie wissen um die Wichtigkeit des Händewaschens, dass nur zwei Kinder gleichzeitig in den Waschraum dürfen, dass der Mindestabstand auch beim Essen eingehalten werden muss.

Trotz der Lockerungen sind längst nicht alle Kinder in die Kitas zurückgekehrt. „Es kommen derzeit 50 bis 60 Prozent“, schätzt Andrea Weimeister. Damit lassen sich alle Maßgaben gut umsetzen. Doch schon in der nächsten Woche sind mehr Kinder angemeldet. Dann kann es kompliziert werden, denn so viele Erzieherinnen, wie gebraucht werden, gibt es nicht.

Zu den wichtigsten Hygieneregeln gehört, dass die Kinder immer in der gleichen Gruppe bleiben, möglichst immer von den selben Erzieherinnen betreut werden. Gruppen können also nicht zusammengelegt werden, Erzieherinnen nicht zwischen den Gruppen hin- und herspringen.

Öffnungszeit ein Problem

Wie unter diesen Bedingungen die Öffnungszeit von 6 bis 17 Uhr personell abgedeckt werden kann, sobald alle Kinder kommen, ist noch nicht ganz klar. Die Stundenzahl der Erzieherinnen ist ausgereizt. Eigentlich müsste es mehr Personal geben. Es gibt sogar freie Stellen. „Aber“, sagt Andrea Weimeister, „auf dem Arbeitsmarkt sind kaum Erzieherinnen verfügbar.“

Der Alltag in den Kitas heißt übrigens nicht mehr Notbetreuung, sondern läuft jetzt unter dem Titel „Eingeschränkter Regelbetrieb“. Das heißt, auch Eltern, die nicht in systemrelevanten Berufen tätig sind, können ihre Kinder in die Kita bringen. Und es wird auch wieder das Frühstück und die Vesper angeboten.

Das war während der Notbetreuung nicht überall der Fall, weil es sich für den Essenlieferanten nicht rentiert hatte, für die wenigen Kinder den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Die Soziale Bürgerinitiave betreibt auch einen Hort in Glindenberg, die Horte der Diesterweg- und Gutenberg-Grundschule hat die Stadt unter ihren Fittichen. In allen Horten läuft seit Dienstag, 2. Juni, ebenfalls wieder der Regelbetrieb. Das heißt, vor Schulbeginn gibt es einen Frühhort, dann öffnet der Hort wieder nach Schulschluss.

Andere Regeln für Schulen

Die Schulen folgen anderen Regeln. In dieser Woche kommen die Kinder weiterhin nur tageweise abwechselnd. Die Grundschulen sind angehalten, im Zeitraum zwischen dem 8. und dem 15. Juni die Bedingungen zu schaffen, damit alle Kinder wieder gleichzeitig in den Klassen lernen können.

Für diejenigen, deren Eltern Anspruch haben, steht bis zur Rückkehr aller Kinder in die Klassen weiterhin die Notbetreuung nach den bisher geltenden Regeln zur Verfügung.

Die Gutenberg-Grundschule öffnet am 15. Juni wieder für alle Kinder jeden Tag. Doreen Haensch bereitet das ein wenig Sorge. „Den Sicherheitsabstand zwischen den Kindern können wir dann nicht mehr gewährleisten.“ Sie müssen zwangsläufig zusammenrücken, wenn 24 Kinder in einem 60 Quadratmeter großen Klassenraum lernen. Unklar ist auch, wie der Sportunterricht ablaufen soll. „Wir wollen gern zur Normalität zurückkehren“, sagt Doreen Haensch, „aber es gibt noch viele Widersprüche.“