Wolmirstedt l Undine Holst spielt seit sieben Jahren Trompete. „Eine Trompete gibt klare, hohe Töne“, beschreibt die 17-jährige Hohendodeleberin ihr Instrument, „die sind in einem Orchester gut herauszuhören und ich mag es, gehört zu werden.“ Die Kehrseite der Medaille: Sie kann sich im Orchester nicht verstecken, muss die Trompete beherrschen. Undine Holst hat Lust am Lernen, das Probenwochenende des Landesjugendposaunenchors bot ihr dafür eine gute Gelegenheit.

Ein Wochenende lang probten über 20 Musiker zwischen 13 und 21 Jahren im Bildungs- und Freizeitzentrum in der Triftstraße. Ziel war das gemeinsame Konzert, das den Sonntagsgottesdienst in der Katharinenkirche bereicherte. Die Proben waren lang, Kantor Stefan Raddatz verlangte den Jugendlichen einiges ab. Allein am Sonnabend spielten sie etwa sieben Stunden Posaune oder Trompete. „Das merkt man den Lippen durchaus an“, bemerkt die Wolmirstedter Kantorin Stefanie Schneider, die selbst einen Posaunenchor leitet und ebenfalls an den Proben teilnahm.

Applaus für intensives Konzert

Der Landesjugendposaunenchor steht all jenen offen, die ihre musikalischen Fähigkeiten weiterentwickeln wollen. „Die jugendlichen Bläser, die hier zusammengekommen sind, haben einen hohen Qualitätsanspruch“, bescheinigt Frank Plewka. Der Landesjugendposaunenwart hatte sich unter die Jugendlichen gemischt, probte und spielte das Konzert mit. „Die jungen Musiker sind sehr engagiert, alle haben mitgezogen und konzentriert gearbeitet. Ich hatte den Eindruck, jeder wollte für sich, aber auch für die Gruppe wirken.“

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In diesem Sinne soll das Probenwochenende weitere Kreise ziehen. Kantor und Probenleiter Stefan Raddatz wünscht sich, dass die jungen Bläserinnen und Bläser ihre neuen Erkenntnisse oder Techniken in den heimischen Gruppen weitergeben. Die haben oft keine Zeit für solcherlei Intensivproben und sollen nun über die Jugendlichen ebenfalls vom Probenwochenende profitieren.

Johannes Griesbach aus Erfurth will seine Erkenntnisse auf jeden Fall weitergeben. Der 13-Jährige war das erste Mal dabei und es gefiel ihm, so viele neue Stücke kennenzulernen, deren Rhythmus zum Teil „flotter“ war, als er bisher gewohnt war. Er spielt zu Hause ebenfalls in einem Posaunenchor, auch seine Eltern und Schwester spielen Instrumente, sodass er seine neuen Erkenntnisse gut streuen kann.

Die Kirchenbesucher konnten sich am Sonntag von der Posaunenmusik überzeugen, hören, welch harmonische Melodien auf diesen Blechblasinstrumenten gelingen. Der Applaus belohnte für ein intensives Konzert.