Colbitz l Jürgen Fritsche hat geschickte Hände, technischen Sachverstand und vor allem Geduld. Diese Fähigkeiten bündelt der Colbitzer in einem interessanten Hobby. Er sammelt alte Radios und Fernseher. Mehr noch: Der gelernte Feinmechaniker des VEB Carl Zeiss Jena restauriert die Sammlerstücke und bringt sie größtenteils wieder zum Laufen. Im Laufe seines Sammlerlebens sind so einige hundert ganz unterschiedliche Exemplare zusammengekommen.

„Ich stehe gern bei der Instandsetzung alter Rundfunkgeräte zur Seite, die ihren Geist aufgegeben haben“, bietet der ausgewiesene Spezi seine Hilfe beim Aufbau an. Er hat mit geschickten Fingern so einigen defekten und scheinbar unrettbaren Modellen den Weg zum Wertstoffhandel erspart.

Wo andere Spezialisten aufgeben

Jüngstes Modell, das den Weg in den Bastelraum des Colbitzers gefunden hat, ist eine Fernseh-Radio-Plattenspieler-Kombination aus dem Hause Staßfurt. Dort sind zu früheren Zeiten Fernsehgeräte gefertigt worden. Das Radio, das in den Fernsehmusikschrank eingebaut wurde, stammt aus dem Hause Rochlitz. Nach getaner Arbeit kommt die Funktionsprobe. Tatsächlich mit Erfolg: Radio und Plattenspieler klingen wie in besten 60-er Jahre-Zeiten, der Fernseher strahlt nach kurzer Anlaufzeit. In Schwarz-Weiß zwar, dennoch mit erstaunlich klaren Bildern. Fritsches Credo: Bevor ein altes Stück Rundfunkhistorie endgültig in der Versenkung verschwindet, möge es besser auf dem Werkstatttisch des Radiobastlers landen. „Gloria Lumophon“ ist das älteste Stück, dem Jürgen Fritsche wieder Leben eingehaucht hat. Ein Bekannter hatte das Teil im Hühnerstall gefunden und dem Colbitzer mit den Worten überlassen „wenn Du es nicht gebrauchen kannst, entsorge es einfach.“ Damit war der Ehrgeiz angestachelt, das seltene Exemplar, das vermutlich 1923 bei der Nürnberger Firma Bruckner und Stark hergestellt wurde, wieder zum Empfangen von Radiosendern zu bringen.

Ein spezielles Lieblingsstück hat Jürgen Fritsche aber nicht. „Ich habe an alle Geräte Hand angelegt, mag daher auch alle.“ Über zwei Etagen hat er seine Schätze verteilt, an denen es immer etwas zu schrauben gibt. Seine Frau toleriere sein Hobby. „Sie weiß, wo ich mich aufhalte. Außerdem haben wir eine Wechselsprechanlage, über die wir kommunizieren“, schmunzelt er. Und stürzt sich gleich wieder ans Werk.