Wolmirstedt l Die Heinrich-Heine-Straße sieht aus wie aus der Zeit gefallen. Natursteinpflaster und Asphalt wechseln sich ab, in der Straßendecke klaffen große Löcher, die Konturen der Gehwege sind längst zerbröckelt und ausgefranst. Wer die hoppelige Fahrbahn befährt, hört am Auto oder Fahrrad jede Schraube, die nicht festgezurrt ist. Doch schlimmer noch zeigen sich die Leitungen, die unter der Erde verlegt wurden. Trink-, Schmutz- und Regenwasserkanäle sind so marode, dass sie dringend erneuert werden müssen. Das haben Kamerabefahrungen ergeben. Im Spätfrühjahr 2019 soll Baubeginn sein, laufen die Bauarbeiten nach Plan, sind sie 2020 beendet.

Kanäle sind marode

Die Bauarbeiten betreffen neben der Heinrich-Heine-Straße auch einen Teil des Lindhorster Wegs, der Friedrich-Ebert-Straße und der Fabrikstraße.

Der Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ) wird am Lindhorster Weg beginnen. Bis dorthin wurden vor zwei Jahren neue Leitungen in die kleine Geschwister-Scholl-Straße gelegt. Ab dieser Anschlussstelle wird weitergearbeitet.

Bauende ist die Fabrikstraße, und zwar an der Stelle, wo sie auf die Geschwister-Scholl-Straße trifft. Einbezogen wird auch der Schnipsel der Friedrich-Ebert-Straße, der ebenfalls auf die Geschwister-Scholl-Straße trifft.

Straße soll sechs Meter breit werden

Die Stadt folgt dem WWAZ auf der Erdoberfläche mit dem Straßen- und Gehwegebau. Die Straße wird am Ende der Bauzeit ein neues Gesicht zeigen. Sie wird sechs Meter breit sein, die Fahrbahn wird mit Hochborden eingefasst, ausgenommen die Grundstückszufahrten. 45 Parkplätze und drei Behindertenparkplätze werden geschaffen. Auch an die Fußgänger wird gedacht. Auf beiden Seiten werden Gehwege entstehen. Die Sackgasse Friedrich-Ebert-Straße wird nur 4,50 Meter breit sein.

Die Straße wurde schon vor gut 20 Jahren als sanierungsbedürftig eingestuft, doch irgendwie reichte das Geld nie. Nun zwingen die uralten, maroden Wasserleitungen dazu, die Straße anzufassen und längst hat sich das Umfeld verändert. Das Krankenhaus wurde abgerissen, große Wohnblöcke sind verschwunden und die Veränderungen sind nicht abgeschlossen.

Projekt lange in der Planung

Für die Bebauung des Krankenhausgeländes gab es schon viele Ideen, irgendwann wird sich eine schlussendlich durchsetzen. Auf der Freifläche zwischen Heine-Straße und Kreisel Samsweger Straße will ein Discounter einen neuen Markt bauen. Die Straße muss also auch künftig Auto- und Busverkehr standhalten.

Die Stadt nimmt für den Straßen- und Gehwegebau sowie neue Straßenbeleuchtung 850.000 Euro in die Hand.

Weiterhin muss Wolmirstedt für die Regenentwässerung der Straße aufkommen, sodass sie auch für den Regenwasserkanal Geld auf dem Tisch legen muss, und zwar 260.000 Euro. Insgesamt sind somit für diese Kanal- und Straßensanierung 1,11 Millionen Euro in den Stadthaushalt eingestellt.

Kosten von knapp zwei Millionen Euro

Wolmirstedt muss diese Kosten jedoch nicht allein tragen. Für den Straßen- und Gehwegausbau fließen Fördermittel aus dem Sanierungsprogramm „Stadtumbau Ost“, auch für den Regenwasserkanal wird eine Förderung beantragt.

In welcher Farbe das Betonsteinpflaster auf Fahrbahn und Gehweg verlegt werden soll, ist noch unklar. Die Planungsfirma hat dem Bauausschuss mehrere Varianten vorgelegt. Die werden auch den Anwohnern in einer Versammlung gezeigt, in der auch über Ausbaubeiträge informiert wird.