Barleben l Mit ihrer weinberankten Fassade ist die „Alte Apotheke“ im Barleber Ortskern an der Kreuzung von Dahlenwarsleber Straße und Breiteweg besonders im Herbst ein Hingucker, wenn sich das Weinlaub leuchtend rot verfärbt. Das farbenfrohe Schauspiel zieht allerdings auch das Augenmerk darauf, dass das Gebäude bereits seit Jahren ungenutzt ist.

Die Gemeinde hat mittlerweile ein Konzept in Auftrag gegeben, das von einer möglichen Wiederbelebung des Objektes ausgeht. Möglich sind demnach Gewerbeeinheiten in unterschiedlichen Zuschnitten in beiden Geschossen.

Allerdings steht vor einer neuerlichen Nutzung der Räume in Erd- und Obergeschoss erst einmal eine gründliche Sanierung. Aufsteigende Feuchtigkeit erfordert den Einbau einer Horizontalsperre, die Bodenplatte muss ebenfalls herausgebrochen und durch eine neue ersetzt werden, heißt es im Revitalisierungskonzept. Zahlreiche Versorgungsleitungen müssten neu gelegt und eingebunden, Decken saniert werden und eine neue Heizung müssten ebenfalls eingebaut werden.

Die erste Kostenschätzung der ortsansässigen Architektin, die das Konzept zur Wiederbelebung geschrieben hat, geht von Sanierungskosten in Höhe von rund 568.000 Euro aus. Decken ließen sich diese Kosten zu einem Teil aus dem Programm „Städtebaulichen Sanierung im ländlichen Bereich“, dort könnten rund 126.000 Euro fließen. Die verbleibende Summe in Höhe von rund 442.000 Euro müsste über einen Kredit gedeckt werden.

Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff begründete das Bestreben der Verwaltung trotz schlechter Haushaltslage und klammer Kasse am Mittwoch im Hauptausschuss so: „Wir zahlen jedes Jahr mehrere Tausend Euro für die Instandhaltungund notwendige Reparaturen, um das Gebäude einigermaßen zu erhalten. 2016 waren das 3172,14 Euro. Nach einer Sanierung könnten wir wieder dauerhaft Mieteinnahmen erzielen, die sich wiederum positiv auf den Haushalt der Gemeinde auswirken würden.“

Gebäude seit zehn Jahren leer

Die Barleber Verwaltung hatte bereits mehrere Anläufe genommen, eine Lösung für das seit mehr als zehn Jahren leer stehende Gebäude zu finden. 2014 war ein Plan des Mehrgenerationenzentrums im Sand verlaufen, dort eine Küche zu etablieren. Nachdem ein Verkauf der „Alten Apotheke“ im vergangenen Jahr nach der Ablehnung durch Ortschaftsrat und Hauptausschuss fehlgeschlagen war, hatte die Verwaltung versucht, einen Pächter zu finden. Die Kaufinteressenten lehnten dies jedoch beide ab.

Der Hauptausschuss empfahl am vergangenen Mittwochabend die Beschlussvorlage zur Sanierung der „Alten Apotheke“ mehrheitlich mit vier Ja-Stimmen zum Beschluss in den Gemeinderat, der am kommenden Donnerstag, 28. September, in seiner nächsten Sitzung im Gemeindesaal darüber entscheiden soll.