Wolmirstedt l „Wir wollen das Bild des europäischen Weltbürgers an unsere Schule bringen“, nannte Lina Sanftenberg das Ziel der Projektgruppe „Europa geht weiter“. Die Gymnasiastin gehört zum Team um Lehrerin Denise Kionczyk, die sich näher mit dem Thema Europa beschäftigen, vor allem mit den Chancen, die sich für junge Leute ergeben.

Besonders bei einem Besuch in Brüssel wurde die Dimension des Europaparlaments deutlich. Die Fotos dieser Reise und vieler kreativer Projekte zeigte die Projektgruppe in der Aula des Gymnasiums im Rahmen einer großen Abschlusspräsentation. Dazu waren drei Politiker eingeladen, die sich besonders mit dem Thema Europa beschäftigen.

Schüler besuchen Europaparlament

Arne Lietz ist SPD-Europaabgeordneter. Er ermutigte die Jugendlichen vor allem, Ausbildungsangebote in ganz Europa wahrzunehmen. Die Möglichkeiten, die beispielsweise Austauschprogramme bieten, stellte er den Jugendlichen als Flyer zur Verfügung.

Bilder

Wulf Gallert ist in der Linken-Landtagsfraktion für Europapolitik zuständig und ermunterte ebenfalls, den Blick nach Europa zu richten und warnte vor den Folgen, falls manche der jungen Menschen abgehängt werden. „Ob die nächste Generation Europa befürwortet, hängt davon ab, wie die Jugend Europa heute sieht.“

Drei Politiker eingeladen

Dorothea Frederking, europapolitische Sprecherin der Grünen in Sachsen-Anhalt, warb dafür, eine Ausbildung in Zukunftsbranchen wie alternativer Energie oder der Landwirtschaft zu wagen, diese Berufsfelder seien auch in anderen Ländern gefragt.

Besonders für die Jugendlichen, die in der Projektgruppe „Europa geht weiter“ mitarbeiten, ist Europa greifbar geworden. Sie haben sich bereits damit beschäftigt, welche politischen Karrieren in Europa möglich sind. Lena Wendt ermutigte ihre Mitschüler zudem, sich im Internet über europäische Programme zu informieren und passende Angebote wahrzunehmen.

Chancen für junge Menschen

Schulleiter Carsten Koslowski zeigte sich zufrieden mit dem Engagement der Projektgruppe, machte aber auch deutlich, dass ein geeintes Europa vor allem Frieden sichere. „Es ist wichtig, dass sich keiner mehr im Namen einer Nation über eine andere hermacht. Wir sind alle Europäer, Menschen, wir alle wollen nur eins: glücklich werden.“ Er hofft außerdem, dass sich die Lehrpläne weiter dem europäischen Thema annähern. „Es ist an der Zeit, das Geschichtsbild nicht immer nur aus deutscher Perspektive zu betrachten.“

Das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium baut derzeit Partnerschaften mit Schulen in Polen und Tschechien auf, auch eine skandinavische Schule soll mit ins Boot geholt werden. Der europäische Gedanke soll in der Begegnung der Schüler gelebt werden.

Das Projekt „Europa geht weiter“ wird von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung unterstützt. Acht Schulen Sachsen-Anhalts beteiligen sich daran.