Wolmirstedt l Drei Wochen lang war der Schwimmeister krank, auch die Aushilfe Bärbel Seiler fiel aus und dann spielte auch das Wetter nicht mit: Die Zeichen standen schlecht für das Schwimmbadfest in Wolmirstedt. Dabei sollte gestern eigentlich das zehnjährige Bestehen gefeiert werden.

Gekommen waren nur etwa 40 Kinder, ihre Eltern, ein paar Jugendliche und einige Senioren. Schon am Vormittag, als es zu regnen begann, und dunkle Wolken am Himmel standen, sagte Schwimmmeister Stefan Grahn die Bespaßung an den Beckenrändern ab. Auch die Helfer für das Fest schickte er größtenteils wieder nach Hause. Das angekündigte Wasserspielmobil hatte in diesem Jahr keine Zeit. „Aber", sagt Stefan Grahn, „wir haben zum Glück ja selbst für Ersatz sorgen können". Aufgeblasen wurde ein großer, schwimmender Hund, der bei den Kindern, die trotz des schlechten Wetters gekommen waren, Anklang fand.

Rutschwettbewerb als Höhepunkt

Ebenfalls durften die jungen Gäste beim Rutschwettbewerb um Freikarten für das Bad wetteifern. Austoben konnten sie sich außerdem beim Männchen werfen. Die Teilnehmerinnen der Wassergymnastikgruppe verkauften außerdem, wie in jedem Jahr, Kaffee und Kuchen für die Gäste. Dabei war auch wieder Urgestein Gisela Heuke, die noch keines der vergangenen zehn Schwimmbadfeste versäumt hat. Sie waren dabei, wie einige der Teilnehmer, bunt kostümiert: Dieses Jahr durften sich die Gäste eines der Mottos der vergangenen zehn Jahre aussuchen. Piraten waren zu sehen, Schwimmmeister Stefan Grahn und der Rettungsschwimmer Andreas Harwig kamen im Partnerlook als Baywatch-Rettungsschwimmer – und eine Gruppe junger Leute betrat das Freibad mit Mittelalterkutten. „Wir finde das einfach schick“, sagte Michael Harwig, der Sohn des Rettungsschwimmers.

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Andreas Harwigs Frau, Heike Harwig, erzählt, dass es die vergangenen Wochen nicht so lustig für die Familie zuging. „Viele Leute waren sauer, dass das Schwimmbad zu war“, erzählt sie. Es seien auch viele Gäste von außerhalb, etwa Hannover oder Magdeburg gekommen, und waren dann enttäuscht über das geschlossene Schwimmbad. Die 81-jährige Erika Sorge, die zum Kaffee trinken zum Fest gekommen ist, bedauerte auch, dass das Bad nicht offen war. Es sei einfach praktisch, in ein Bad vor Ort gehen zu können.

Laut Stefan Grahn ist vor allem die dreiwöchige Schließzeit für die wenigen Besucher verantwortlich. „Sonst hätten mehr Menschen Bescheid gewusst“, erklärt der Schwimmmeister. Doch natürlich war auch das schlechte Wetter daran schuld, dass in diesem Jahr nicht so viele Gäste kamen, wie in den Vorjahren. Auch die vergangene Woche, in der das Schwimmbad wieder geöffnet hatte, sei durchwachsen gewesen, erzählt Andreas Harwig. „Das Wetter war nicht mehr so gut“, erklärt der Rettungsswchimmer, „aber es gibt in jedem Jahr, wenn die Schule wieder losgeht einen kleinen Einbruch bei den Besucherzahlen“. In jedem Fall, sagt Stefan Grahn, werde man aber zwei Termine finden wollen, um das Schwimmbadfest noch einmal nachzuholen. Wann, stehe jedoch noch nicht fest.