Wolmirstedt l Der Wolmirstedter Holger Günther ist Anwohner einer von drei betroffenen Stichstraßen im Gebiet Schachtstraße. Er zeigt beim Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme auf die abgeschnittenen Asphaltreste im Straßenbelag. Die präsentieren sich in gleich drei Stichstraßen so – sind aber jeweils unterschiedlich lang.

Insgesamt handelt es sich um etwa zehn Meter, die bei den Bauarbeiten nicht angetastet worden sind. Günther fragt: „Warum hat der WWAZ denn nicht veranlasst, diese paar Meter mit aufzunehmen und hinterher zu erneuern?“ So würde seiner Meinung nach ein guter Abschluss zu den bestehenden Bürgersteigen erreicht werden und die künftige Straßendecke wäre einheitlich. „In den anderen Stichstraßen ist das doch auch so gemacht worden“, bringt er weiter vor. „Das sieht hier hinterher wie ein Flickenteppich aus.“ Außerdem seien künftig in den jetzt entstehenden Übergängen auf dem Belag Probleme zu erwarten. „An den neuralgischen Punkten läuft dann das Wasser zusammen und bleibt dort stehen, selbst wenn dieser Effekt erst Jahre später eintritt – er kommt“, prophezeit der Anwohner.

Verband ist Bauherr

Bernd Zabel, Leiter Investitionen des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserverbandes, bestätigt auf Volksstimme-Anfrage, dass der Verband Bauherr ist. Es handelt sich bei den jetzigen Arbeiten um die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts. Investiert wird hier eine Summe von etwa 1,3 Millionen Euro. „In dem Bereich wurden Leitungen für Schmutz-, Trink- und Regenwasser verlegt“, erläutert Zabel. Solche Arbeiten seien auch im schon längst abgeschlossenen ersten Abschnitt durchgeführt worden.

„Im Augenblick werden die Vorarbeiten gemacht, um dann die Straßendecke aufbringen zu können“, sagt Zabel. Er rechne mit einer Fertigstellung bis Ende Oktober. Damit sei dann auch die komplette Baumaßnahme beendet.

Die Vorwürfe der Anwohner kennt er. Bernd Zabel argumentiert: „Es handelt sich bei den Arbeiten nicht um einen grundhaften Ausbau. Den müsste nämlich die Stadt Wolmirstedt vornehmen.“ Der WWAZ habe die jetzt noch sichtbaren Asphaltbereiche bei den Arbeiten nicht angerührt. Erneuert werden nur die tatsächlich für die Arbeiten abgetragenen Teile in dem zweiten Bauabschnitt. Das treffe natürlich auch auf Borde und Randbereiche zu. „Das heißt, wir sind in einigen Bereichen bis direkt an die Häuser herangegangen, wo es auch notwendig war“, hebt der Leiter Investitionen hervor. Diese Aussage ist in den jeweiligen Stichstraßen leicht anhand der sichtbaren Abdeckungen für die dort verlaufenden Leitungen nachzuvollziehen.

Bürger müssen damit leben

Stadtratsmitglied Frank Meyer (Wolmirstedter Wählergemeinschaft Plan B) ist stellvertretender Verbandsvertreter der Stadt Wolmirstedt im WWAZ, er hat sich ebenfalls mit den derzeitigen Arbeiten beschäftigt. „Ich habe beim Verband nachgefragt und die Antwort erhalten, dass die in den drei Stichstraßen nicht aufgenommen Flecken tragfähig seien“, erzählt er. Ihm sei erklärt worden, dass wenn im Nachhinein die von Holger Günther befürchteten Probleme eintreten sollten, die Bürger damit eben leben müssen. Sich mit diesem Gedanken anzufreunden, fällt Meyer aber persönlich sehr schwer. „Mit dieser Erklärung kann ich mich nicht zufrieden geben“, sagt er. „Klar wird es zu teuer, jetzt noch einmal Baumaschinen anrücken zu lassen.“ Ihm sei ein Rätsel, warum keine komplette Straßendecken-Erneuerung geplant worden sei. „Durch so etwas ziehen wir uns den Unmut der Bürger zu“, fügt er hinzu.