Ellersell l Mit dem Auto nach Ellersell bei Colbitz zu fahren, gestaltet sich als Herausforderung. Der Grund dafür sind die zahlreichen Schlaglöcher auf der Straße. Für den Fahrer bedeutet das, den Löchern auszuweichen und das mit höchstens fünf Kilometer pro Stunde. Über diese schlechten Straßenverhältnisse sind auch die Anwohner von Ellersell nicht erfreut. „ Es ist eine Zumutung für uns Bürger und alle Zulieferer“, sagt Heinz Steinke. Er ist einer von neun Anwohnern des Colbitzer Ortsteils. Gemeinsam mit Joachim Lustig, André Schuster und Jens Naumann ist er im Verein der Wochenendsiedler Ellersell.

Seit 1984 leben die meisten Anwohner in Ellersell. In Eigenleistung kümmerten sich die Anwohner um die Stromversorgung sowie um die Errichtung von Sammelgruben. Im Jahr 2001 wurde die Zufahrtsstraße nach Ellersell saniert. Hierfür wurde das Fräsgut der B 189 genutzt. Die Sanierung wurde von den Ellerseller Bürgern finanziell unterstützt. „Das hat knapp zehn Jahre gehalten und dann fing es mit den Problemen an“, erzählt André Schuster. Denn nicht nur die Anwohner nutzen die einzige Zufahrtsstraße zum Ort. Die örtliche Agrargenossenschaft und die Forst befahren mit ihren tonnenschweren Fahrzeugen ebenfalls die Straße.

Versorgerfahrzeuge haben Schwierigkeiten

Für die Post und auch die Mülabfuhr ist der Weg ebenfalls eine Zumutung. „Ich muss bei Wind und Wetter diese Strecke fahren. Wenn es geregnet hat, dann sieht man die Löcher nicht richtig“, sagt die Mitarbeiterin der Post. Auf dieser Tour sei der Weg nach Ellersell einer der Schlimmsten. Ebenso ein Problem sehen die Anwohner für den Krankentransport. Die Rettungsfrist von zwölf Minuten könne laut André Schuster wegen der Straßenverhältnisse nicht eingehalten werden. „ In letzter Zeit kam häufiger der Rettungswagen. Da mache ich mir Gedanken, wenn ich mal was habe“, sagt Jens Naumann. Er selbst habe, wenn er morgens um vier Uhr von der Arbeit kommt, seine Schwierigkeiten. „Ich weiß manchmal nicht, wie ich fahren soll, weil ich im Dunkeln die Löcher nicht richtig sehe“, sagt er.

Die Ursache für die vielen Schlaglöcher sieht Joachim Lustig am Aufbau der Straße: „Die Straße hat kein Gewölbe. Der Regen kann an den Seiten gar nicht ablaufen und dann sammelt sich das ganze Wasser auf der Straße“. So waren beim Regen am Sonntag alle Löcher mit Wasser gefüllt. „ Ich kam am Sonntag vom Singen in Angern und da hat es geregnet. Da wusste ich gar nicht mehr, wo ich langfahren soll“, berichtet Heinz Steinke.

Seit Jahren bitten die Anwohner die Gemeinde Colbitz um die Sanierung der Straße. „Wir sind hier irgendwie das gallische Dorf und es auch langsam leid, immer zu fragen“, sagt André Schuster. Im Dezember 2018 sei von der Gemeinde Splitt für das Auffüllen der Löcher bereitgestellt wurden. Zusammen mit einem anderen Anwohner flickte André Schuster einige der Löcher. „Es ist nur das Problem, wenn man ein Loch zumacht, kommt dahinter das Nächste“, erzählt Schuster.

Begehung vorgeschlagen

Die Wochenendsiedler aus Ellersell schlugen der Gemeinde bereits eine Vorortbegehung an. Darauf sei laut André Schuster niemand eingegangen. Auch bei der Bauausschusssitzung im Januar dieses Jahres sei ihm keine richtige Auskunft gegeben worden.

Der Gemeinde Colbitz und der Verbandsgemeinde Elbe-Heide ist das Thema der Zufahrtstraße laut Eckhard Liebrecht, Bürgermeister der Gemeinde Colbitz, gut bekannt. In den letzten drei Jahren gab es immer wieder Hinweise der Bewohner. „Frühere Überlegungen zur Sanierung in den Jahren 2017/18 scheiterten 2018 an der Finanzierung“, so Liebrecht.

Die Gemeinde Colbitz hat für die Sanierung der Straße im Haushalt 2020 Mittel in Höhe von 75  000 Euro eingeplant. Ein Planungsbüro wurde bereits zur Beratung hinzugezogen. Auch mögliche Mehrkosten müssen gedeckt werden. Die Beratung in den Gremien sollte im Bauausschuss, am 23. März und am 26. März im Gemeinderat erfolgen. Aufgrund der Corona-Krise finden die Sitzungen nicht statt und sind auf unbestimmte Zeit vertagt. „Ich gehe jedoch davon aus, dass die Sanierung der Straße im Sommer 2020 erfolgen kann“, sagt Eckhard Liebrecht. Eine regelmäßige Kontrolle der Zufahrtsstraße erfolge bis dahin durch die Gemeinde Colbitz.