Wolmirstedt l Die Mitarbeiter des Netzbetreibers 50 Hertz warten gespannt auf Post. Die soll von der Bundesnetzagentur kommen und die Entscheidung darüber enthalten, in welchem Korridor der SüdOstLink im Abschnitt von Wolmirstedt bis Thüringen geführt wird. Der SüdOstLink ist die Leitung, die Gleichstrom vom Wolmirstedter Umspannwerk bis ins bayerische Isar bei Landshut bringt.

Diese Gleichstromtrasse ist wichtig, weil Gleichstrom viel schneller und verlustfreier als Wechselstrom von einem Ort zum anderen saust. Der Strom kommt als Wechelstrom vor allem von den Windkraftanlagen Norddeutschlands und wird in Bayerns Industrie gebraucht. Im Wolmirstedter Umspannwerk soll der Wechselstrom zu Gleichstrom konvertiert und dann auf die Reise nach Bayern geschickt werden. Doch bis es soweit ist, müssen noch viele Fragen geklärt werden.

Eine Frage ist zum Beispiel, wo diese Gleichstromleitungl entlangführen soll. In Bayern soll sie als Erdkabel verlegt werden, weil die Bayern keine weiteren Masten in der Landschaft möchten. In der Börde wurde überwiegend für Freileitungen plädiert, hier soll der gute Bördeboden nicht dafür hergegeben werden. Für den Weg hat 50 Hertz einen tausend Meter breiten Korridor vorgeschlagen. In manchen Bereichen südlich von Magdeburg gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Da hofft 50 Hertz nun, dass die Bundesnetzagentur ihrem Vorschlag folgt uns sich der 50Hertz-Lieblingsmöglichkeit anschließt.

Nur ein Trassenvorschlag in der Region

In der Region Wolmirstedt und Magdeburg gibt es allerdings nur einen Trassenvorschlag, Alternativen wurden von vornherein nicht in Betracht gezogen. „Wir können den SüdOstLink nur westlich an Magdeburg vorbeiführen“, sagt Unternehmenssprecher Axel Happe, „wir können ihn weder durch die Stadt legen noch wollen wir die Elbe queren.“ Dafür gibt es hier ein anderes Problem.

Nicht alle Bürger Wolmirstedts möchten, dass der Konverter am Umspannwerk entsteht. Besonders Einwohner aus Mose setzen sich dagegen vehement zur Wehr. Auch der Wolmirstedter Stadtrat hatte sich seinerzeit für einen Koverterstandort zwischen Samswegen und Wolmirstedt entschieden. Doch sieht 50 Hertz wirklich eine Alternative?

„Nein“, macht Unternehmenssprecher Axel Happe deutlich, „wir sehen das Wolmirstedter Umspannwerk als besten und einzigen Standort an.“

Der Konverter, der den Wechselstrom in Gleichstrom wandelt, wird in einer Halle stehen. Dafür sei der Platz am Umspannwerk geeignet, weil dort ohnehin alle Leitungen hinführen. Außerdem gebe es eine gute Straßenanbindung, selbst Gleise führen zum Umspannwerk. Außerdem befinde sich die Hälfte der Fläche, die für den Konverter benötigt werde, bereits in der Hand des Unternehmens. Die Halle sollen dort gebaut werden, wo sich derzeit noch 220-Kilovolt-Schaltflächen befinden. Die werden demnächst entfernt.

Angst vor Lärmbelästigung

Die Bürger fürchten sich vor allem vor dem Anblick einer kollossalen Halle und eventueller Lärmbelästigung. Das Brummen der 220-Kilovolt-Trafobänke haben viele tagtäglich im Ohr. „Die sind abgebaut, wenn der Konverter steht“, versichert Axel Happe. Der Unternehmenssprecher weiß aber auch, dass ein koverter nicht geräuschlos läuft. Wie hoch der Geräuschpegel sein wird, der durch die Hallenwände dringt, wird regelmäßig überprüft. „Es wird bereits anhalnd von schallprognosen gebaut“, sagt Axel Happe, „außerdem werden die geltenden grenzwerte eingehalten.“

Hinsichtlich der Bedenken der bevölkerung hofft 50 Hertz, dass sich viele Bürger während der öffentlichen Auslegung beteiligen. Die beginnt am 8. April und endet am 17. April. Genaueres wird demnächst bekannt gegeben.