Barleben l Herausgerissener Rasen, verkohlte Bänke, beschmierte Wände – die Zerstörungen am Bolzplatz in Barleber sind immens. Nun will die Gemeinde handeln und das Gebiet mit einem Zaun versehen. Das Tor wurde bereits gesetzt, der Rest soll bis zum Ende des Jahres folgen.

Umsetzung bis Ende 2018

„Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen“, sagt Claus Lehmann, Bürgermeister der Ortschaft Barleben. „Wir sind enttäuscht über diese Zerstörungswut.“ Mehrfach ist der Bolzplatz bereits Ziel von Vandalen geworden – meist von jungen Tätern. Insgesamt 11.000 Euro kostet die Umzäunung. Gemeindebürgermeister Frank Nase hat laut Lehmann veranlasst, Investitionsgelder umzuschichten, um das Vorhaben bis Ende des Jahres zu erledigen.

Spielen kann man auf dem Kunstrasen, der löcherig und mit Kippen und Scherben übersät ist, nicht. „Hier ist eine Grundsanierung notwendig“, so Claus Lehmann. Diese würde jedoch bis zu 35.000 Euro kosten. Geld, dass die klammen Kassen Barlebens nicht hergeben. Dabei wurde der Platz nach der Fußballweltmeisterschaft 2006 vom Deutschen Fußballbund (DFB) gesponsert. Insgesamt 100.000 Euro flossen in die Anlage, die nun mutwillig zerstört wird.

Anlage vom DFB gesponsert

Für den Sportverein FSV Barleben 1911, der die nebenstehenden Plätze und Anlagen gepachtet hat, ist das Maß längst voll. „Am Freitag waren hier etwa 40 Jugendliche zugegen“, berichtet Peter Borcherding, Mitglied des FSV. Es spiele sich jedes Wochenende das gleiche Szenario ab: verschlossene Türen und Tore zu dem nebenstehenden Bolzplatz werden ausgehangen, es wird bis in die Morgenstunden gefeiert, zurück bleibt ein Scherbenmeer. Fast wöchentlich müssen Mitarbeiter des Wirtschaftshofes laut Borcherding anrücken, um die Schäden der nächtlichen Partys zu beseitigen.

Das Alter der Anwesenden hat eine große Spanne: Peter Borcherding berichtet von Kindern, Heranwachsenden und auch jungen Erwachsenen, die in Scharen mit ihren Autos zur Anlage fahren. Der vordere Bolzplatz am Festplatz ist bereits umzäunt und mit Öffnungszeiten versehen. „Daran hält sich keiner mehr“, so Borcherding. So werde die eigentliche Schließzeit von 21 Uhr regelmäßig bis 2 Uhr nachts ausgedehnt.

Wie die Öffnungszeiten am Bolzplatz aussehen könnten, wenn der Zaun errichtet wurde, ist laut Claus Lehmann noch unklar. Und ob dies ein Hindernis für die Jugendlich darstellt, auch.