Wolmirstedt l Es wird das letzte Mal sein, dass über 100 Läufer von der Schlossdomäne starten. Das letzte Mal, dass Strecken von 30 und 60 Kilometern bewältigt werden. Ein letztes Mal, dass alle Läufer und Helfer an ihre Grenzen gehen. Nach zehn Jahren hat sich Petra Schultz, Erfinderin des Kanal-Ultra-Laufes, entschieden, die Segel zu streichen.

Der Grund: Die Organisation ist zu aufwendig. Auch mit dem Verein „Magdeburger Laufkultur 08“, der ihr im Rücken stand, ist die Arbeit nur schwer zu bewältigen. „Wir müssen alles aus Magdeburg nach Wolmirstedt bringen. Das ist ein großer Aufwand für diese recht kleine Laufveranstaltung“, sagt Petra Schultz. Die gesamte Strecke von 30 Kilometern muss im Vorfeld abgekreidet werden, damit sich niemand verläuft, es müssen ausreichend Streckenposten organisiert werden, damit die Läufer alle fünf Kilometer einen Versorgungsstand vorfinden, es braucht Begleiter auf Fahrrädern, die auf die Läufer achten um im Notfall Hilfe holen können. Dies alles wird auf wenigen Schultern verteilt – ein Kraftakt. Auch für den zehnten und letzten Kanal-Ultra gilt: Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Bereits im August begannen direkt nach dem Event die Vorbereitungen für das Jubiläum der Veranstaltung im Jahr 2019. „Eigentlich sind wir immer am organisieren“, sagt Schultz. Der Magdeburger Verein „Laufkultur“ organisiert neben dem Kanal-Ultra-Lauf auch den Elbebrückenlauf, den Osterlauf und den Silvesterlauf in Magdeburg mit weit mehr als 1000 Teilnehmern.

Neue Lauf-Idee schon gestartet

Für Petra Schultz ist es ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich danke den vielen Unterstützern, die über zehn Jahre mit angepackt haben“, sagt die Laufbegeisterte. Die Teilnehmer kamen teils aus Stendal und Braunschweig angereist, weil ihnen die Atmosphäre in Wolmirstedt so gut gefiel. Am 24. August wird es soweit sein, dann fällt zum letzten Mal der Startschuss für die über 100 eifrigen Sportlichen. Die Mutter des Ultralaufes verspricht mehrere Überraschungen an diesem besonderen Tag.

Doch auch wenn Wolmirstedt eine Laufveranstaltung verloren geht, ist erst kürzlich eine neue hinzugekommen. So möchte Petra Schultz den Gänsebratenvernichtungslauf, der erstmals am 26. Dezember 2018 stattfand, zu einer neuen Tradition heranwachsen lassen. Insgesamt 40 Lauffreudige trainierten am zweiten Weihnachtsfeiertag auf fünf Kilometern Strecke die Weihnachtssünden wieder ab – ohne großen Aufwand. „So ganz ohne Lauf geht es eben doch nicht“, sagt Petra Schultz und schmunzelt.