Finanzen

Vereinsheim des Barleber FSV wird deutlich teurer

Der FSV Barleben 1911 soll ein neues Mehrzweckgebäude erhalten. Hierfür muss allerdings ein Eigenanteil aufgebracht werden, den der Verein nicht stemmen kann. Nun wird das Projekt auch noch teurer.

Von Tom Wunderlich 07.07.2021, 06:30 • Aktualisiert: 07.07.2021, 06:45
Das Gelände des FSV Barleben an der Angerstraße in Barleben. Hier soll ein neuer Mehrzweckbau entstehen. Nach aktuellen Berechnungen wird dieser mindestens 1,85 Millionen Euro kosten. 850000 Euro mehr als veranschlagt.
Das Gelände des FSV Barleben an der Angerstraße in Barleben. Hier soll ein neuer Mehrzweckbau entstehen. Nach aktuellen Berechnungen wird dieser mindestens 1,85 Millionen Euro kosten. 850000 Euro mehr als veranschlagt. Foto: Tom Wunderlich

Barleben - Schon seit langer Zeit wird beim FSV Barleben über einen neuen Mehrzweckbau geredet. Auch die Planungen hierfür sind schon enorm weit vorangeschritten, so dass mittlerweile feststeht, dass die Barleber Sportler eine der modernsten Unterkünfte in der Region erhalten werden. Allerdings gibt es Probleme bei der bisherigen Finanzplanung. Nun will die Gemeinde eingreifen. Trotzdem lassen sich Mehrkosten von 850000 Euro nicht mehr abwenden.

Groß und schick soll das neue Mehrzweckgebäude des FSV Barleben werden. Das eingeschossige Gebäude soll an der Agrarstraße entstehen und unter anderem eine mehr als 80 Quadratmeter große Gastronomie bekommen. Zudem sind mehrere große Umkleiden im Vereinsgebäude geplant. Hinzu kommt ein Konferenzraum. Insgesamt beläuft sich die Gesamtfläche des Baus auf 664,6 Quadratmeter. Besonderheit ist hierbei, dass das Gebäude als U angeordnet ist. Dabei ist der linke Gebäudeflügel abgespreizt.

Gemeinderat muss zustimmen

In Summe rund 850.000 Euro mehr als ursprünglich geplant muss die Gemeinde Barleben nun für den schicken Neubau berappen. Allerdings muss hier erst der Gemeinderat noch seine Zustimmung erteilen. Bisher war die Finanzierung so geplant, dass die Gemeinde mehr als 800.000 Euro für den Neubau bereitstellt. Nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuschüssen für Investitionen von gemeinnützigen Vereinen hätte der Verein somit noch 200.000 Euro an Eigenmitteln zahlen müssen, damit das Projekt auch umgesetzt wird. Dieser Betrag entspricht der restlichen Summe, welche nach einer Förderung durch die Gemeinde regulär verbleiben würde. Immerhin hilft die Gemeinde gemäß Richtlinie mit 80 Prozent Fördermitteln aus der Stadtkasse aus.

Allerdings kam mit der dritten Welle in der Corona-Pandemie auch der Schock: Im Rahmen der vorherigen Sitzungen war festgestellt worden, dass der Verein die notwendigen Mittel nicht aufbringen kann. So wird in der Beschlussvorlage, welche nun diskutiert werden soll, die Corona-Pandemie als Hauptgrund für das Fehlen der Gelder genannt. So heißt es wortwörtlich: „Aufgrund der Pandemie sind einige Vereinsaustritte zu verzeichnen, was gleichfalls bedeutet, dass auch ein Beitragsrückgang absehbar ist. Weiterhin gehen dem Verein Eintrittsgelder durch nicht stattgefundene Spiele verloren und die Spenden- und Sponsoringmittel sind ebenfalls rückläufig.“

Weiterhin würden auch Geldmittel fehlen, weil man die Miete für die Gastronomie am Anger habe aussetzen, beziehungsweise reduzieren müssen. Außerdem, so die Beschlussvorlage, werde noch ein Kredit für den Ausbau des Kunstrasenplatzes abbezahlt. Um diese Problematik nun zu lösen, will die Verwaltung ihren Förderanteil anpassen. So heißt es in der Beschlussvorlage für den 13. Juli weiter, dass man als Verwaltung nun 90 Prozent der Gesamtkosten fördern wolle. So könne der Verein entlastet werden.

Kostenexplosionbei Neubau

Fest steht mittlerweile auch, dass die bisher kalkulierten Gesamtkosten von rund einer Million Euro nicht gehalten werden können. Aktuell geht das Magdeburger Planungsbüro von Investitionssumme von rund 1,85 Millionen Euro aus. Dies entspricht immerhin 850000 Euro mehr als veranschlagt. Diese Steigerung begründet sich vor allem aus den gestiegenen Preisen auf den Baustoffmärkten. Trotz der massiven Preissteigerung hält die Verwaltung der Gemeinde Barleben weiter an dem Projekt fest. Herauszögern bringe in diesem Falle nichts, da eher noch eine weitere Steigung der Preise auf dem Roh- und Baustoffmarkt zu erwarten sei. Trotz der Hilfe durch die Gemeinde ist der FSV Barleben 1911 e.V. weiterhin angehalten, dass restliche Geld, bei einem positiven Bescheid durch den Gemeinderat sind es immerhin noch 185000 Euro, auf eine Dauer von 15 Jahren zu zahlen. Ein entsprechendes Kreditangebot von einer Bank würde dem Verein bereits vorliegen.