Wolmirstedt l Wolmirstedt ist Mitglied in der Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliche Kommune“. Doch wieviel gibt es noch zu tun, bis die Stadt diesen Titel wirklich verdient? Das können Bürger bereits jetzt im Rahmen einer anderen Befragung mitteilen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) will wissen: Macht Rad fahren in deiner Stadt Spaß oder Stress?

Im Internet gibt dazu unter www.fahrradklima-test.adfc.de einen Fragebogen, der jedem Bürger offen steht. Bürger sollen unter anderem bewerten, ob nur bestimmte Gruppen Fahrrad fahren oder alle Bevölkerungsschichten, ob in jüngster Zeit viel für den Radverkehr getan wurde, ob die Gemeinde darauf achtet, dass Autos nicht auf Radwegen parken, ob es Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern gibt, Fahrraddiebstahl oft vorkommt oder Einbahnstraßen auch in der Gegenrichtung für Radfahrer freigegeben sind. Und mehr.

Wolmirstedt gilt eigentlich als Radfahrerstadt. Kinder fahren mit dem Fahrrad zur Schule, Erwachsene zum Einkaufen oder in die Freizeiteinrichtungen. Eigene Radwege sind innerhalb der Stadt dennoch nur partiell vorhanden, meist müssen Radfahrer die Straße nutzen oder sich den Weg mit Fußgängern teilen. Das Zusammenleben funktioniert zumeist im Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Klarer sind Radwege zwischen Wolmirstedt und den Ortsteilen definiert. Der Radweg zwischen der Kernstadt und Glindenberg ist gut ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit, ebenso der Radweg zwischen Wolmirstedt und Farsleben. Richtung Mose wird gerne der befestigte Feldweg benutzt, der sich an den Bauernweg anschließt.

Radfahrspuren fehlen

Nur zwischen Wolmirstedt und Elbeu fehlt streckenweise eine klare Radfahrerspur. Das bemängelt der Ortsrat unter anderem, weil auf diesem Stück viele Schulkinder unterwegs sind.

Auch eine sichere Radfahrerspur in der Unterführung unter dem Mittellandkanal wird seit langem gefordert. Die soll allerdings im Zuge der Straßensanierung entstehen. Für diese Straße ist der Landkreis zuständig.

Ebenfalls im Wirkungsbereich des Landkreises liegt die Verbindung zwischen Mose und Farsleben. Die Stadt weist in regelmäßigen Abständen darauf hin, dass Bürger dort einen Radweg wünschen, noch rührt sich nichts.

Ebenfalls frommer Wunsch ist eine Verbindung zwischen Glindenberg und Magdeburg-Rothensee. Auch diesen Weg nutzen viele Glindenberger, um per Drahtesel in die Landeshauptstadt zu gelangen. Noch teilen sie sich die Fahrbahn mit mitunter schnell fahrenden Autos.

Keine ausgewiesenen Radwege

Die Geschwister-Scholl-Straße als Nord-Süd-Achse Wolmirstedts, die ehemalige Bundesstraße 189, verfügt ebenfalls über keinen ausgewiesenen Radweg. Radfahrer sind angehalten, sich den Weg mit den Fußgängern zu teilen. Wer auf der Straße fährt, behindert den Autoverkehr. Die Fahrspuren sind eng, dafür gibt es in der Mitte einen breiten Grünstreifen. Ideal ist das nicht.

Auch die andere Nord-Süd-Achse, die August-Bebel-Straße, wird von Radfahrern stark frequentiert. Meist dürfen sie dort unterwegs sein, allerdings ist an den Markttagen in der Fußgängerzone mittwochs und freitags Absteigen angesagt.

Wolmirstedt möchte radfreundlicher werden. Ob und wie das gelingt, ist noch nicht klar. Manchmal sind die Straßenschluchten zu eng, manchmal ist die Stadt nicht zuständig. Allerdings wird im Zuge der Bahnhofsumgestaltung sehr an Radfahrer gedacht. Fahrradparkplätze und sogar eine Werkstatt sollen entstehen.

Bürger erhalten mit der ADFC-Umfrage die Chance, der Politik ein Feedback zu geben.