Wolmirstedt l Robert Plate und Marko Wischnewski haben schon seit geraumer Zeit hübsche Dinge aus Holz gefertigt. Nun sind die meisten der Sonnenblumen, Blumenkästen, Herzchen und Pflanzkörbe sorgfältig in Papier gewickelt und in Kisten verpackt. Am Sonnabend werden sie auf der Festwiese in der Angerstraße wieder herausgeholt und in einer der Holzbuden zum Verkauf angeboten. Damit fügen sie dem bunt gefächerten Jahresfest des Bodelschwingh-Hauses eine Farbe hinzu.

Das Fest beginnt um 14 Uhr mit einer Andacht, eine halbe Stunde später öffnen die Stände und es startet das Bühnenprogramm. Dann werden neben den Holzartikeln auch Keramikarbeiten angeboten, es gibt einen Flohmarkt, Bastelstrecken, Honig und Zuckerwatte. Kinder können sich schminken lassen, Karussell fahren, auf der Hüpfburg hüpfen. Eine große Attraktion wird sicher das Quadfahren sein.

Beschäftigte gestalten aktiv mit

„In diesem Jahr werden noch mehr unserer Beschäftigten und Bewohner das Fest aktiv mitgestalten“, sagt Vorstand Peter Hugo. Viele hätten sich im Vorfeld gewünscht, mehr Verantwortung zu übernehmen und Stände zu betreuen. Diesen Wünschen folgten die Organisatoren gern und so werden in den Buden mehr Bodelschwingh-Haus-Bewohner als zuvor verkaufen oder beim Ausschenken helfen.

Beim Jahresfest wird ohnehin jede Unterstützung benötigt. Wer keinen Stand betreut, kümmert sich um die Menschen mit einer Behinderung. Sie sollen das Fest ungetrübt genießen können und dafür soll ihnen jede Hilfe zuteil werden. Peter Hugo und sein Team kann sich dabei einer besonderen Unterstützung sicher sein: „Auch viele ehrenamtliche Helfer sind dabei. Ohne sie könnten wir so ein großes Fest gar nicht stemmen.“

Vorfreude auf das Fest

Robert Plate und Marko Wischnewski durchlaufen gerade die berufliche Bildung im Bodelschwingh-Haus. So wie sie freuen sich auch die Kollegen und die Bewohner bereits das ganze Jahr auf das Fest. „Ich hoffe, dass auch unsere Mitarbeiter Spaß haben“, sagt Peter Hugo, „obwohl es für sie mit viel Arbeit verbunden ist. Das Fest ist für alle, die sich das ganze Jahr über nicht begegnen, eine gute Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Im Bodelschwingh-Haus und den dazugehörigen Einrichtungen wie Kitas und Werkstätten sind über 300 Menschen beschäftigt. Es gilt somit als größter Arbeitgeber der Stadt.

Doch auch die Bevölkerung ist herzlich eingeladen und es gibt in jedem Jahr viele, die sich auf den Weg in die Angerstraße machen.

Festzelte bieten Schatten

Heiß soll es werden am Sonnabend, sagt jedenfalls der aktuelle Wetterbericht. Deshalb werden wieder große Festzelte aufgebaut. Die bieten Schatten, auch denen, die sich bei Kuchen oder einem kühlen Getränk niederlassen wollen. Bodelschwingh-Haus-Bewohner, die sich zurückziehen möchten, finden in den Gebäuden ein Plätzchen.

Lange wurde das Jahresfest des Bodelschwingh-Hauses auf dem oberen Burghof gefeiert. Für viele Bewohner, vor allem die Rollstuhlfahrer war es jedoch zu beschwerlich, den mit Kopfsteinen gepflasterten Weg hinauf und wieder herab zu kommen. Doch ein Publikumsmagnet von dort wurde quasi in die Angerstraße hinübergerettet: die Strohkuhle. Darin können Kinder auch am Sonnabend wieder nach Herzenslust toben. Die Erwachsenen werden sich sicherlich köstlich über ein Helga-Hahnemann-Double amüsieren.