Dahlenwarsleben l Den größten Teil des Jahres herrscht Stille in der St.-Lamberti-Kirche in Dahlenwarsleben. Damit ist es aber seit Mitte Oktober vorbei, denn da haben die Mitglieder des örtlichen Heimat- und Kulturvereins mit den Vorbereitungen ihres Weihnachtsmärchens begonnen.

Mehrmals in der Woche – so auch jetzt – zeiht Leben in die Kirche. Allerlei Utensilien, wie Stoffe, Kostüme, Dekorationen, Beleuchtung, Tontechnik, Werkzeuge, Bühnenteile, Farbe – werden gebraucht und in die Kirche gebracht. Die Bühne ist aufgebaut und wird in ein märchenhaftes Bühnenbild verwandelt. Tontechnik und Beleuchtung dürfen nicht fehlen. 2005 wurde einst das erste Märchen aufgeführt. Jeder weiß inzwischen, was er zu tun hat und wofür er verantwortlich ist.

„Eines der Erfolgsrezepte des Weihnachtsmärchens ist die Zusammenarbeit von Kindern und Erwachsenen“, erzählt Grit Gehrmann vom Heimat- und Kulturverein. Seit Jahren schon können sich die Mitglieder des Vereins auf die Unterstützung der Kindertagesstätte „Hoppetosse“ verlassen. Dass den Kindern das gemeinsame Theater gefällt, zeigt sich daran, dass auch in diesem Jahr wieder ein Teil der Schauspieler ehemalige „Hoppetosse“-Kinder sind.

18 Darsteller auf der Bühne

Zehn Kinder und acht Erwachsene werden gemeinsam auf der Bühne stehen. Am 7. Dezember ist es dann so weit, ab 15 Uhr öffnet der Weihnachtsmarkt in Dahlenwarsleben und um 15.30 Uhr heißt es dann: „Bühne frei für das Weihnachtsmärchen“.

Unter dem Titel „Wo bleibt der Weihnachtszauber“ geht es dieses Mal darum, dass eine kleine Schar von Feenkindern es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt und daher fast das Weihnachtsfest auf dem Gewissen hat.

Es ist das 10. Weihnachtsmärchen und es stammt aus der Feder von Grit Gehrmann. Alle bisherigen Stücke wurden nur ein einziges Mal in der Dahlenwarsleber Kirche aufgeführt. „Auch die wunderschönen und sehr aufwendigen Bühnenbilder von Cornell Schwalbe und ihrem Team wurden nur dafür geschaffen“, sagt die Autorin „Das ist eigentlich ein Wahnsinn, aber es bleibt das Gefühl, etwas ganz Besonderes geschaffen zu haben“.

Nach aktuellem Stand ist es wohl das vorläufig letzte Weihnachtsmärchen im Gotteshaus. Die Kirche wird ab dem kommenden Jahr umfangreich saniert und in ein Kolumbarium umgebaut. „Wir verabschieden uns bei unseren Zuschauern mit einem sehr emotionalen Abschlusslied“, sagt Grit Gehrmann. „Es gibt auch eine Fotoausstellung, die an die Märchen erinnert.“