Wolmirstedt l Die Diskussion um die Zukunft der Sportstätten geht in eine neue Runde. Im Bauausschuss stellte Stefan Großmann eine Studie vor. Er hatte die Zukunft des Küchenhorn-Stadions „Glück auf“ mit zwei weiteren möglichen Stadion-Standorten verglichen. Sowohl für das Küchenhorn-Stadion als auch für neu ins Visier genommene Standorte an der Samsweger Chaussee hinter dem Gymnasium und im Gewerbegebiet Nord hatte er Punkte vergeben. In der Auswertung lag ein Neubau am Standort Samsweger Chaussee deutlich vorn.

Im Bauausschuss wurde dieser Standort-Vergleich zur Kenntnis genommen und soll nun auch in den anderen Ausschüssen beraten werden. Das letzte Wort soll am 23. Juni dem Stadtrat gehören.

Standorte mehrfach beraten

Auf große Begeisterung stieß diese erneute Diskussion allerdings nicht. „Es steht immer noch der Beschluss des Stadtrates für die Sanierung des Küchenhorn-Stadions fest“, machte Kurt Prilloff (CDU) aufmerksam. Um diese nach wie vor gültige Position hatten die Räte viele Jahre gerungen und im März 2016 letztendlich das Küchenhorn als Sportstätte der Zukunft favorisiert. Dahinein soll investiert werden soll. Urplötzlich war da ein neuer Vorschlag hineingegrätscht.

Mitglieder der CDU-Fraktion hatten den Standort an der Samsweger Chaussee ins Spiel gebracht. „Wie ein Blitz aus heiterem Himmel“, echauffiert sich Thomas Spelsberg (Linke) noch im Nachhinein und forderte den Stadtrat auf, bei dem einmal gefassten Beschluss zu bleiben und das Küchenhorn-Stadion fit für die Zukunft zu machen. Der Stadtrat wollte trotzdem die anderen Varianten geprüft wissen.

Auch wenn das Ergebnis nun vorliegt, nimmt das der Verwaltung nicht den Zeitdruck, wenn es darum geht, Fördermittel beim Land zu beantragen. Die Stadt wollte sich nach dem Bekenntnis des Stadtrates zum Küchenhorn-Stadion um Unterstützung für dessen Sanierung bewerben. Vier Millionen Euro werden dafür veranschlagt, das Land bietet Förderungen bis zu 50 Prozent an. Berücksichtigt werden nur rechtzeitig eingegangene Anträge. Die Frist für die Antragsabgabe endet am 30. Juni. Nun scheint immer noch unklar, was überhaupt gefördert werden soll.

Formlosen Antrag abgegeben

Ein wenig Dampf scheint jedoch aus dem Kessel genommen. „Wir haben einen formlosen, nicht standortspezifischen Antrag abgegeben“, informiert Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU), „und der wurde angenommen.“ Das bedeutet, dass die Stadt den Antrag auch nach dem 30. Juni konkretisieren kann, wenn es eine endgültige Einigung über die künftig zu fördernde Sportstätte gibt.

Für den neuen Standort an der Samsweger Chaussee spricht vor allem die positive Auswirkung auf die Stadtentwicklung, hat Planer Stefan Großmann herausgefunden. In der Nähe liegen die Gutenberg-Schule und das Gymnasium, außerdem das große Wohngebiet „Deutsche Einheit“. Deshalb spreche laut Stefan Großmann für diesen Standort eine gute Erreichbarkeit und ein großes Nutzerpotential.

Überzeugt gab sich der Bauausschuss dennoch nicht. Um auf der jetzigen Streuobstwiese ein neues Stadion zu errichten, müssten noch einige Hürden übersprungen werden. Die erforderlichen Grundstücke gehören der Stadt nicht, sie müsste Grund und Boden erwerben. Wegen der hangigen Lage wäre es notwendig, einen Höhenunterschied von rund sieben Metern auszugleichen. Hinzu müssten die Kosten für den Rückbau des Küchenhorn-Stadions „Glück auf“ gerechnet werden, das dann schließlich nicht weiter betrieben wird.

Kreditzusage noch offen

Doch selbst wenn sich der Stadtrat am 23. Juni wieder einmal endgültig entscheiden sollte, ist die Kuh nicht vom Eis. Gibt das Land zwei Millionen Euro dazu, heißt das, die Stadt muss als Eigenanteil ebenso viel investieren. Wolmirstedt hat aber keine finanziellen Reserven, sondern ein Haushaltsloch, das 1,3 Millionen Euro beträgt. „Um einen Kredit aufzunehmen, brauchen wir die Genehmigung der Kommunalaufsicht“, machte Martin Stichnoth im Bauausschuss deutlich. Die hat bereits das jetzige Konsolidierungskonzept nur mit zwei zugedrückten Augen genehmigt.

An den Standort im Gewerbegebiet Nord glaubt niemand. Dahingehend werden keine weiteren Pläne verfolgt. Das gilt auch für Investitionen in das Stadion des Friedens. Das Gelände soll verkauft werden.