Wolmirstedt l Begeistert ist Karlheinz Gärtner noch immer von den Eindrücken einer neuntägigen Reise nach Helsinki, der Hauptstadt von Finnland. Doch diese Fahrt war kein reines Privatvergnügen: Der 66-Jährige aus Wolmirstedt ist dorthin zur Meisterschaft im Maxi-Basketball gefahren. Er vertrat dort zusammen mit 11 anderen Spielern in seiner Altersklasse eine von 12 Mannschaften aus Deutschland. Insgesamt waren 44 Länder an der Meisterschaft beteiligt. Männer im Alter von bis zu 80 Jahren und Frauen im Alter von bis zu 60 Jahren wetteifern bei dieser Meisterschaft noch um den Weltmeistertitel.

Und trotzdem, das betont Karlheinz Gärtner, steht nicht das Gewinnen, sondern der gemeinsame Spaß bei dem Wettbewerb im Vordergrund. Nicht umsonst würden die Teilnehmer die Kosten für den Flug und die Unterkunft aus eigener Tasche bezahlen. „Die Freundschaften, die sich daraus ergeben, sind einfach unbezahlbar“, sagt Gärtner über seine Erfahrungen im internationalen Senioren-Basketball.

Im Juni erst Europameisterschaft

Es ist nicht die erste Meisterschaft, zu der er im, wie er sagt, „Mammutjahr 2019“ gefahren ist. Im Juni, gerade einmal einen Monat vor der Weltmeisterschaft, hat er bereits bei der Europameisterschaft gespielt. Damals allerdings nicht für Deutschland, sondern für die Mannschaft aus Litauen.

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Bei dieser Meisterschaft ist seine Mannschaft sogar dritter geworden. Bei der Weltmeisterschaft landete er mit seiner deutschen Mannschaft in seiner Altersklasse, den Basketballsenioren über 65 Jahren, auf dem 13. Platz . Doch trotzdem war die Gruppe nach neun Tagen voller Spiele glücklich nach Hause gefahren. Zum einen, weil sie das letzte Spiel gegen Mexiko mit 60 zu 40 Treffern gewonnen haben. Zum anderen, weil sich den Besuchern in Helsinki eine völlig neue Welt erschlossen hat. Untergebracht im Hotel mit Pool, waren sie außerdem sehr fasziniert von der modernen Stadt im Norden, berichtet Gärtner. „Vor allem waren wir beeindruckt von den vielenMieträdern, E-Rollern und dem guten Radnetz“. Einen Ausflug unternommen hat die gesammelte Mannschaft mit der Fähre nach Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Untereinander verständigten sich die internationalen Teilnehmer vor allem auf Englisch, aber auch Russischkenntnisse konnten nicht schaden, erzählt Gärtner vom Meisterschaftsalltag.

Vergleichsweise spät begonnen

„Zusammen mit drei Magdeburgern waren wir die einzigen aus Ostdeutschland“, sagt der Versicherungsmakler. Karlheinz Gärtner ist heute im Ruhestand, jedoch noch nicht ganz. Freiberuflich berät er Ärzte in puncto Versicherung. Geboren in Wasserleben hatte er zunächst eine Ausbildung zum Elektriker absolviert und arbeitete dann 15 Jahre lang für das Kaliwerk in Zielitz. Nach Magdeburg gekommen war er als Jugendlicher für den Basketball.

„Ich habe vergleichsweise spät, erst mit 15 Jahren mit dem Spielen begonnnen“, erzählt Karlheinz Gärtner. Bis 1993 war er erfolgreicher Basketballspieler, zunächst beim Ohre-Basketball-Club (OCB), dann bei den Baskets. Danach war er bis zum Jahr 2000 Basketballtrainer. Heute möchte er anderen Senioren ein Beispiel dafür sein, sich sportlich zu betätigen. Jeder Tag beginnt für ihn mit Schwimmen im Jersleber See. Zusätzlich gehen seine Frau und er im Sommer wandern und betreiben im Winter Ski-Langlauf.