Elbeu l Das Tonloch in Elbeu ist ein idyllischen Fleckchen. Ein kleiner Wald umrahmt einen See und in dem Weiher tummeln sich allerhand Fische und anderes Wassergetier. Die Elbeuer nutzen das ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet, um hier zu wandern, sich einfach in die Natur zu setzen oder eben mal schnell ins Wasser zu springen. „Das war schon immer so, ich kenne das noch aus meiner Kindheit“, sagt Elbeus Ortsbürgermeister Guido Kratzenberg. „Außerdem haben wir hier ein beliebtes Angelgewässer.“

Der Kontakt zu den Petrijüngern sei gut. Vielmehr haben der Ortschaftsrat, die Angler und auch die Anlieger mit ihren Gärten ein gemeinsames Problem und das heißt: Wildmüll. „Es ist wirklich kaum noch zu ertragen, wie sprunghaft die Entwicklung in Sachen illegaler Abfallentsorgung zugenommen hat“, sagt Kratzenberg. „Dabei rede ich nicht von einer achtlos weggeworfenen Plastikverpackung.“

Immer wieder finden Anwohner Grünschnitt, der nachweislich aber nicht aus den anliegenden Gärten stammt. Dazu geselle sich auch Haushaltsmüll. Das bestätigt der Elbeuer Matthias Ebert, der schon oft genug diesen Dreck direkt vor seinem Eingang aufgefunden habe. „Ich räume ihn dann weg und ärgere mich“, sagt er. Erst kürzlich habe er eine Autoladung Wildmüll entdeckt. Das habe ihn wieder einmal auf die Palme gebracht. „So ein gewissenloses Verhalten regt mich auf“, sagt er. „Ich frage mich, wer seinen Dreck unbedingt in ein Landschaftsschutzgebiet kippen muss und dann noch bei den Leuten praktisch vor die Haustür.“

Anwohner sammeln Müll auf

Ebert nehme sich oft einfach eine Mülltüte mit auf den Weg und sammle die Hinterlassenschaften anderer ein. Fündig werde er dabei eigentlich immer an den Wegesrändern. So habe er auch schon ein kaputtes Kinderplanschbecken aufgesammelt.

„Wer bei der Müllentsorgung in einem Landschaftsschutzgebiet erwischt wird, der hat definitiv eine Anzeige zu befürchten und die Sache geht vor den Staatsanwalt“, weiß der Ortsbürgermeister zu berichten. Er sei übrigens mittlerweile auch hin und wieder mit einem Müllsack unterwegs, um Hinterlassenschaften zu beräumen.

Für den Herbst habe er eine gemeinsame Müllsammlung mit den Bürgern ins Auge gefasst. „Einen Termin zu finden, ist wegen der Corona-Beschränkungen etwas schwierig“, erklärt Guido Kratzenberg. „Schließlich sollen möglichst viele helfende Hände mit zupacken können.“ Auf jeden Fall müsse gerade am Tonloch bald etwas passieren, denn an einem Abhang an der Zuwegung wartet ein ganzes Müllfeld auf seine Beräumung (Volksstimme berichtete).

Notfalls wolle Kratzenberg mit Geld aus dem Ortsbürgermeisterfonds einen entsprechenden Container finanzieren. Matthias Ebert hat seine Teilnahme bei der Aktion signalisiert. Er wolle weitere Bürger ansprechen und sie für die Sache begeistern. „Wir müssen dafür sorgen, dass dieses Biotop vor unserer Haustür erhalten bleibt“, sagt er. „Es wäre gut, wenn auch andere Leute mehr Respekt vor der Natur entwickeln würden und nicht ihren Müll verkippen.“