Wertlau l Zum Pfingstfest am 15. und 16. Mai feiern evangelische Christen auch in der Evangelischen Landeskirche Anhalts den Geburstag der Kirche und den Beginn der Verbreitung der christlichen Botschaft. Am Pfingstmontag wird ab 14 Uhr in einem Regionalgottesdienst in Wertlau die Glasplastik „Wertlauer Engel“ vorgestellt. Sie stammt von der Berliner Künstlerin Hella Santarossa. Das Fenster war Teil der Ausstellung Glanzlichter im Naumburger Dom und gehört nun zum Projekt „Lichtungen“ (weitere Informationen darüber unter: www.lichtungen-glasmalerei.de). Noch laufen die Vorbereitungsarbeiten, aber am Sonntag wird Hella Santarossa die Fensterlaibung in einen Himmel verwandelt haben, in den der Engel seine Flügel streckt.

Bei der Finanzierung halfen neben Einzelspendern die Evangelische Landeskirche Anhalts und die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld. Durch weitere Engelfenster möchte der Gemeindekirchenrat den Altarraum der mittelalterlichen Kirche zu einem besonderen Erlebnisraum für Besucher und kleine Gruppen werden lassen.

Gottesdienst mit Taufe

Den Gottesdienst, in dem auch eine Taufe gefeiert wird, leitet Pfarrer Albrecht Lindemann. Der Zerbster Posaunenchor übernimmt die musikalische Gestaltung. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen.

Bilder

Das Pfingstfest bietet dem freudigen Anlass einen würdigen Rahmen. Denn das Fest bildet nach Weihnachten und Ostern den dritten Höhepunkt eines Kirchenjahres. In vielen Kirchengemeinden werden regionale Traditionen bewahrt, mancherorts werden Gottesdienste unter freiem Himmel oder auch ökumenisch mit katholischen Gemeinden gefeiert. Zudem finden am Pfingstwochenende häufig Konfirmationen, Trauungen und Taufen sowie Kirchenkonzerte statt.

Doch was genau wird an Pfingsten überhaupt gefeiert? Pfingsten bezeichnet das Fest der „Ausgießung des Heiligen Geistes“. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass sich die Jünger Jesu am 50. Tag nach Ostern in einem Haus versammelten und dort den Heiligen Geist empfingen. Er versetzte sie in die Lage, mit Menschen zu sprechen, deren Sprache sie ursprünglich nicht beherrschten.

Ausgießung des Geistes

Jerusalem war an diesem Tag, an dem das Wochenfest gefeiert wurde, mit Pilgern überfüllt. Sie waren aus vielen Ländern angereist und überrascht, die Jünger in der eigenen Muttersprache reden zu hören.

Zuschauer hatten für dieses Geschehen nur Spott übrig. Denn sie hatten den Eindruck, die Gläubigen seien betrunken. Gegen diesen Vorwurf verwahrt sich Petrus in seiner Predigt.

Auf die Verkündigung von der Auferweckung Jesu reagieren die Menschen ergriffen und fragen, was sie tun sollen. Petrus fordert sie auf, Buße zu tun und sich taufen zu lassen. 3000 Menschen folgen diesem Aufruf.

Damit wurde das Ereignis der „Ausgießung des Heiligen Geistes“ zur Geburtsstunde der christlichen Gemeinde und somit auch der Kirche.