Elsnigk l Im Gewerbegebiet von Elsnigk wimmelte es von Uniformierten am Sonnabendvormittag. An vier Stationen übten die Mitglieder der Feuerwehren und der Rettungsdienste des Landkreises, die in den Katastrophenschutz mit eingebunden sind, was im Ernstfall schnell und sicher von der Hand gehen muss. „Es ist ein Ausbildungstag“, betonte Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld. Es geht nicht darum, dass alles perfekt sei und dass keine Fehler passieren. „Sondern die Mitglieder der einzelnen Fachdienste sollen das Zusammenspiel üben, die Geräte der anderen Fachdienste wenigstens einmal gesehen haben“, sagte er über den Sinn des Ausbildungstages. Geübt wurden die Dekontamination von ABC- (atomare, biologische und chemische) Stoffen an Personen und Fahrzeugen, technische Hilfeleistung, Brandbekämpfung und der Massenanfall von Verletzten.

Zwei Züge des Katastrophenschutzes aus Zerbst waren an der Ausbildung beteiligt. Sie Gehören den Wehren aus Deetz (11 Kameraden), Lindau (6), Zernitz (9), Buhlendorf (3), Nutha (8) und Steutz (1) an. Ihre Aufgabe ist es im Ernstfall, die Wasserförderung zu gewährleisten. Neben den Feuerwehrleuten waren auch die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes Bitterfeld-Köthen, der Malteser, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Zerbst-Roßlau und des Sanitätsdienstes Köthen an der Großübung beteiligt.

20 Statisten stellten Verletzte da. Die Feuerwehrleute halfen dem DRK, das mobile Lager aufzubauen. „Dabei folgen sie den Anweisungen des DRK“, so Bergfeld. Fachdienstleiter Jan Zieger vom DRK erklärte: „Wir haben hier den Behandlungsplatz 50 aufgebaut.“ Rund eine Stunde habe es gedauert, im Ernstfall brauchen die Retter etwa 45 Minuten, bis der erste Patient behandelt werden könne. Die 50 stehe für 50 Personen, die in einer Stunde behandelt werden könnten. Das Lager besteht im wesentlichen aus vier Zelten. Im ersten werde die Erstsichtung vorgenommen, dann werde der Patient einem der drei weiteren Zelte für leichte Verletzungen, schwere Verletzungen und für jene, die sofort in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, zugeordnet. „Wir können die komplette Notfallversorgung leisten“, so der Fachmann. „Die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen ist das Wichtigste“, ergänzte Heiko Bergfeld. Bei der Ausbildung mussten die Sanitäter Frakturen, Rauchvergiftungen, Brandwunden und Rückenmarksverletzungen erkennen. „Wir gehen das quasi das ganze Lehrbuch hoch und runter“, so Zieger.

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Der ABC-Fachdienstleiter Sebastian Grieß erklärte: „Wir üben das gesamte Leistungsspektrum.“ Neben dem Entnehmen von Bodenproben mussten die Mitglieder auch Gas detektieren. Je nach Windrichtung breite sich Gas ja aus, erläuterte er. Der Dienst müsse herausfinden, wo tatsächlich die Wolke sich befinde. „Praktisch haben wir kleine Behälter versteckt, welche unsere Jungs finden mussten. Schließlich können wir ja kein Gas freilassen“, sagte Grieß. Auf einer Karte bildete sich so die Gaswolke ab. „Wenn man das weiß, kann man entscheiden, ob beispielsweise ein Ort evakuiert werden müsse“, sagte Bergfeld.

Im gesamten Landkreis gebe es keine Übung mit vergleichbarem Ausmaß. „So viel Manpower, so viel Technik wird sonst nirgendwo eingesetzt“, fügte er an. Aber das sei vom Landkreis so gewollt und auch die Kommunen ziehen mit, fügte er an. Schließlich haben diese ja ein Eigeninteresse daran, dass im Ernstfall die Retter bestmöglich vorbereitet sind.