Schora l Die Landesstraße 51 zwischen Schora und Güterglück ist eine jener vergessenen Verbindungen, die Autofahrer immer wieder überrascht. Gleich hinter Schora besitzt die Straße noch einen Sommerstreifen. Nur knapp können sich hier zwei Pkw auf dem Asphalt begegnen ohne sich zu berühren. Kommt ein größeres Fahrzeug, muss einer auf den unbefestigten Randstreifen ausweichen. Knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall zeigt sich hier im Zerbster Umland ein großes Investitionsdefizit.

Im Ort Schora selbst sind die Anwohner auch nicht zufrieden mit dem Zustand der Ringstraße – so heißt die Landesstraße hier. Wie auf dem größten Teil der Überlandverbindung nach Güterglück gibt es auch hier einen Sommerstreifen. Solange es trocken ist, stellt dies kaum ein Problem für die Anwohner dar. Ärgerlich wird es für sie, wie eine Anwohnerin jüngst der Lokalredaktion klagte, wenn das Wetter feuchter wird. Sobald dann Fahrzeuge auf dem befestigten Teil der Straße parken, rollt der Verkehr über die unbefestigte Fläche. Dort bilden sich bei Regenwetter schnell Pfützen. Dann spritzt das Wasser schon mal bis zu den einige Meter von der Straße stehenden Häusern, worüber sich die Anwohnerin seit Langem ärgert. Mehrfach habe sie bereits versucht, die Parkordnung in der Straße so zu ändern, dass alle Autos auf der unbefestigten Straßenseite parken müssen, Bislang erfolglos, sagt sie.

Jedes mal gebe es bei Regenwetter das gleiche Bild, dass die schweren Fahrzeuge durch die Pfützen fahren und das Wasser bis an die Häuser spritze. Nicht immer bleibe es nur dabei. Mitunter fahren die Fahrzeuge ebenso über den Fußweg, hat sie beobachtet. Besonders in der Rübenernte sei manches größere landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht mit der Straßenbreite ausgekommen, sondern habe den Bürgersteig überfahren. Das hält der Fußweg nicht lange aus. Denn dafür ist er nicht gebaut worden. Die Betonplatten brechen, dann senkt sich der Gehweg ab. Für den Ortsbürgermeister Thomas Wenzel ist die Landesstraße seit langer Zeit ein immer wiederkehrendes Thema. Mehrfach hat er den Ausbau der Straße in Schora bereits gefordert. Bislang ist dies nicht geschehen, bedauerte er.

Die Situation für die Anwohner hält er seit Jahren für sehr unbefriedigend. Denn auf der Straße bewege sich je nach Jahreszeit jede Menge Verkehr. Vor allem in der Ernte wird die Landesstraße sehr stark genutzt. Dafür sorgt vor allem die nahe gelegene Biogasanlage bei Güterglück. Viele Tonnen mit gehäckseltem Mais werden jährlich über die Straße dorthin transportiert.

Dass die Straße nicht schon längst ausgebaut ist, sei für die Bürger nicht in Ordnung, findet der Ortschef. Die Ursache sieht er vor allem in den unterschiedlichen Zuständigkeiten. Während das Land für die Straße verantwortlich ist, muss sich die Stadt um die Gehwege und die Beleuchtung kümmern. Bei einem Ausbau der Ringstraße müssen die beiden Verwaltungen Hand in Hand arbeiten, um so ein Projekt umsetzen zu können. In der Vergangenheit habe das leider nicht so geklappt, meint er. Dennoch ist das Thema für die Landesstraßenbaubehörde noch nicht vom Tisch. Das Land will weiter die Straße grundhaft ausbauen und befestigen. Nicht nur innerhalb der Ortschaft Schora, sondern auch darüber hinaus. Ein Teilstück bis Güterglück ist bereits in einem ausgebauten Zustand. Nun komme es darauf an, auch im Ort die Straße in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, plant die Landesbehörde.

Ortsbürgermeister Thomas Wenzel kann nach all den Jahren des versprochenen Ausbaus kaum noch an die Umsetzung glauben. Immer wieder hatte er sich für den Ausbau in den vergangenen Jahren eingesetzt. Dennoch will er seine Hoffnung schon im Sinne der Bürger nicht aufgeben, sagte er. Es sei für die Bürger kaum akzeptabel, dass der Bauzustand der Straße die Ursache für Wasserflecken und vielleicht Schäden an den Häusern sei, meint er. Das dürfe heute nicht mehr passieren und müsse abgestellt werden. Er wünsche sich für das neue Jahr, dass sich der Zustand der Ringstraße deutlich verbessere, damit sich auch die Lebensqualität der Anwohner damit deutlich anhebe. Zu lange hätten sie schon auf eine gemachte Straße vor ihrer Tür warten müssen.