Jütrichau l „Eine Investition in die Zukunft“, nennt es Markus Pfeifer, der Vorsitzende des Fördervereins der Jütrichauer Feuerwehr. Die Ortsfeuerwehr soll ein Alarmdispatcher-System bekommen. „Ende des vergangenen Jahres haben wir mitbekommen, dass es so etwas bei anderen Feuerwehren gibt", erzählte Markus Pfeifer. Er fand das sehr interessant. Anfang 2018 war es dann noch ein Fernsehbeitrag, in dem solche Systeme vorgestellt wurden.

Ein Angebot war bald eingeholt, und unter den Kameraden wurde diese Option zur Diskussion gestellt. Die große Mehrheit sprach sich dafür aus. Da der Vorstand des Fördervereins jedoch nicht alleine über eine solche Investition entscheiden wollte, wurde eine Mitgliederversammlung einberufen, deren Votum ebenfalls fast einstimmig dafür ausfiel.

Spendenaufruf

Stadt und Landkreis wurden um Zustimmung für den Einbau gebeten und auch hier gab es keine Bedenken. Die Anschaffung konnte also in Angriff genommen werden. Dafür will Markus Pfeifer nun noch einen Spendenaufruf bei Unternehmen starten. Schließlich profitieren einige Betriebe davon, wenn die Alarmierung effektiver vonstatten geht. Durch die Nähe zu Zerbst sind die Jütrichauer in vielen Alarmplänen gesetzt. Markus Pfeifer hofft deshalb, dass der zusätzliche Gewinn den Firmen eine Unterstützung wert ist.

Das System ist keinesfalls ein Ersatz für den Pieper, den jeder Kamerad bei sich trägt, stellt Markus Pfeifer klar. Während der Pieper jedoch leicht mal vergessen werden kann, oder die Sirene nicht immer und überall hörbar ist, hat heutzutage jeder sein Handy dabei. Wenn im Einsatzfall die Leitstelle einen Alarm an die einzelnen Feuerwehren sendet, gibt es im Feuerwehrgerätehaus eine Alarmdispatcher-Box, die ebenfalls den Alarm empfängt. Die wiederum sendet den Alarm weiter an die Smartphones der Kameraden, die erste Einsatzinformationen bekommen und ihr Kommen zu- oder absagen können.

Ausrücken ohne Wartezeit

An einem angeschlossenen Monitor, der sich automatisch einschaltet, werden dann die Rückmeldungen sowie wichtige Einsatzinformationen angezeigt. Schnell ist dann erkennbar, welcher Kamerad unterwegs ist, welche Rolle er übernimmt und ob genug Funktionsträger verfügbar sind. Eine Nachalarmierung kann sofort eingeleitet werden. Sind alle Kameraden, die sich zurückgemeldet haben, an Bord, kann ohne Wartezeit ausgerückt werden. Das System übermittelt weitere Informationen zum Einsatzort, Pläne für Schwerpunktobjekte etc. Am Einsatzort geht alles schneller...

Die Vorteile liegen also auf der Hand. „Wir haben uns auch bei anderen Feuerwehren erkundigt, welche Erfahrungen sie damit gemacht haben“, so Markus Pfeifer. Das seien durchweg positive gewesen. Langlebig und mit geringen laufenden Kosten soll das System außerdem arbeiten. Ein weiterer Vorteil: Es könnten noch andere Ortsfeuerwehren hier mit angeschlossen werden.

Zukunftsorientiert ist man in Jütrichau und vielleicht auch beispielgebend für andere Ortswehren. In diesem Jahr soll das Projekt umgesetzt werden, erklärte Markus Pfeifer.