Zerbst l Eine Freundin schlug Josie Schulze vor, Bundesfreiwilligendienst an der Zerbster Schule „Am Heidetor“ zu leisten. „Ich hatte das Abitur nicht geschafft und wusste nicht, was ich machen sollte“, erzählt die 20-Jährige. Anfangs habe sie nicht geglaubt, dass dies was für sie wäre, verrät die junge Steutzerin. Dennoch griff sie die Idee auf. „Ich absolvierte einen Probetag und war begeistert“, blickt Josie Schulze zurück.

Bereits seit Mitte Oktober 2019 verstärkt sie inzwischen das Kollegium. Sie hilft mit bei der Betreuung der Mädchen und Jungen, die alle einen ganz individuellen Förderbedarf haben. So wie beispielsweise der 13-jährige Friedrich, um den sie sich auch während des Gesprächs mit der Volksstimme gerade wieder kümmert. „Ihn habe ich dadurch richtig kennenlernt und erfahren, was er selbst tatsächlich alles kann“, sagt Josie Schulze.

Ältere, die Auto fahren können, erwünscht

„Friedrich braucht immer mal kleine Auszeiten“, sagt Schulleiterin Sylvia Focke. Sie ist froh über die Unterstützung durch die so genannten Bufdis. „Fünf Stellen gibt es hier bei uns, zwei sind bislang besetzt“, hofft sie auf weitere Interessenten wie Josie. Besonders wünschenswert wäre, wenn sich Ältere bewerben, die auch Fahrdienste übernehmen könnten, ergänzt Sylvia Focke. Regelmäßig seien Schüler zum Voltigieren zu bringen, nennt sie ein Beispiel. Ein weiteres sind Wandertage, bei denen ein Transport zu den Ausflugszielen notwendig ist.

Wer über den Bundesfreiwilligensdienst in die Arbeit an einer Förderschule hineinschnuppern möchte, muss nur wenig mitbringen. „Die Liebe zu Kindern“ ist für Sylvia Focke die wichtigste Voraussetzung. „Gute Laune, die steckt an“, sagt Josie Schulze. „Und Geduld“, ergänzt die 20-Jährige, die ausgeglichen und glücklich wirkt. Ihr bereitet es sichtlich Freude, sich um die behinderten Mädchen und Jungen zu kümmern. Zukünftig tatsächlich an einer Förderschule beruflich tätig zu sein, „wäre toll“, meint die Steutzerin. „Seit August haben wir einen Pädagogischen Mitarbeiter, der hier vor einiger Zeit ebenfalls den Bundesfreiwilligendienst leistete“, erzählt Sylvia Focke.

Erzieherin als Traumjob

Soweit ist Josie Schulze allerdings noch nicht. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte sie ihr Bufdi-Jahr jetzt erstmal um sechs Monate verlängern. Bis April gehört sie nun als zusätzliche Kraft zum Kollegium. Danach würde sie gern in Leipzig Kindheitspädagogik studieren. „Das ist eine völlig neue Fachrichtung“, erklärt die 20-Jährige. Sie träumt davon, Erzieherin zu werden und wer weiß, vielleicht führt sie dieser Wunsch ja irgendwann an die Schule „Am Heidetor“ zurück.

Wer Interesse am Bundesfreiwilligendienst hat, kann sich an Schulleiterin Sylvia Focke wenden. Sie ist telefonisch unter der Nummer 03923/61 16 80 zu erreichen.