Zerbst l Die Frist ist zu Ende. Bis dahin lief die Bewerbungszeit für die rund 750 Lehrerstellen, die in Sachsen-Anhalt ausgeschrieben wurden.

Schon 2017 hatte man sich seitens des Bildungsministeriums und des Landesschulverwaltungsamtes auf die Suche nach Lehrern begeben. Auch Zerbster Schulen sollten bedacht werden. Sechs Stellen wurden damals ausgeschrieben. Mit mäßigem Erfolg: Zwei davon konnten nur besetzt werden.

12 Stellen ausgeschrieben

Jetzt sind laut Liste nur für die Region zwölf Stellen ausgeschrieben worden – gleich doppelt so viele, wie noch in der Ausschreibung zuvor.

Ist der Bedarf plötzlich in Zerbst um das Doppelte angestiegen? „Nein, der Bedarf ist schon länger da, doch nun, mit dieser großen Ausschreibung, hat das Land auch die benötigten Mittel freigegeben, die wir für mehr Stellen benötigen. Das war vor allem ein politischer Schritt, der da gemacht werden musste“, erklärt Silke Stadör, Pressesprecherin des Landesschulverwaltungsamtes. Der wurde nun gemacht. Und das scheint auch dringend notwendig, denn Stadör erklärt auch: „Der Altersdurchschnitt unserer Lehrer liegt weit über 50 Jahren, wir müssen jetzt nachziehen.“

Und so soll es passieren. Für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind insgesamt 47 Stellen ausgeschrieben worden.

In Zerbst sollen das Francisceum, die Ciervisti-Schule, verschiedene Grundschulen und auch die Förderschulen bedacht werden.

Bessere Besetzungschancen

Dabei muss aber zwischen vorrangigen und nachrangigen Stellen unterschieden werden. Zuerst und vor allem sollen die vorrangigen Stellen besetzt werden, da diese die dringend benötigten Stellen zeigen. Nachrangige Stellen werden besetzt, sollten vorrangige Stellen mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden. In Zerbst sind bis auf zwei Ausnahmen von den zwölf Stellen alle als vorrangig eingestuft.

Nun waren die Bewerberzahlen schon bei der kleinen Ausschreibungsrunde für den Zerbster Raum sehr überschaubar. Wie viele jetzt eingegangen sind, da hält sich das Landesschulamt dieses Mal regional gesehen mit Auskünften zurück. Nur die Gesamtbewerbungszahl von 15.000 ist bekannt, hinter denen sich etwa 1300 Bewerber verstecken, die sich zu Teilen eben auf mehrere Stellen beworben haben.

Warum dieses Mal die Chancen, die Stellen zu besetzen, auch für Zerbst höher sein sollen, sieht das Bildungsministerium in verschiedenen Lockerungen in den Zugangvoraussetzungen. Beispielsweise gibt es erstmals Stellen, die mit beliebiger Fachkombination ausgeschrieben wurden.

Versuchsweise wurden erstmals Stellen ausgebracht, die bei beliebiger Fachkombination einen Hinweis zum vorgesehenen vorrangigen Einsatz enthalten und damit Bewerber mit einer Neigung zum Unterrichten in diesen Fächern ansprechen sollen.

An Grund- und Förderschulen wurde außerdem auf konkrete Fachkombinationen bei den Stellen verzichtet. An den weiterführenden Schulen erfolgt grundsätzlich nur die Festlegung eines Faches. Bezügliches des Zweitfaches findet sich hier die Formulierung „beliebig“ oder „möglichst“. Nur in begründeten Ausnahmefällen wird eine Fachkombination gefordert.

Zur Deckung von Bedarfen im Sekundarschulbereich sind zudem versuchsweise nunmehr Stellen ausgebracht, die eine Einstellung in der gut besetzbaren Schulform Gymnasium mit einer gleichzeitigen Abordnung an die Sekundarschulen vorsehen. Diese Stellen ermöglichen die Einstellung und Verbeamtung der Bewerber mit dem Lehramt an Gymnasien und decken zumindest vorübergehend dringende Bedarfe an den Sekundarschulen.

Positive Stimmung

Eine weitere Lockerung ist zudem, dass der Zugang zu Förderschulen und Grundschulen auch für Diplom-Lehrkräfte geöffnet wurde.

Ob das Konzept aufgeht, wird sich jetzt erst zeigen. Die Prüfungen der Bewerbungen hätte schon begonnen, kann Stadör sagen. Und das nicht erst mit dem Ende der Bewerbungsfrist. Allerdings hätten sich auch schon bei den ersten Sichtungen wieder erste Bewerber gezeigt, die die Zugangsvoraussetzungen für die ausgeschriebenen Stellen nicht erfüllen. Trotzdem sei man bisher positiv gestimmt.