Zerbst l „Wir sind schon ein paar Jahre bei der Gfa dabei, um mit den Messebesuchern in einen Dialog zu kommen“, sagt Kees de Vries junior. Zusammen mit Gerard van Ginkel leitet er die Vrieswoud KG in Deetz, ein Familienunternehmen, das Milchkühe hält und Ackerbau betreibt. „Nun hatten wir die Idee, die Gfa zu nutzen, um die Landwirte der Region vorzustellen und die landwirtschaftliche Vielfalt zu präsentieren“, schildert er die Geburt der Ausstellergemeinschaft.

28. Auflage

Sieben Betriebe sind es insgesamt, die gemeinsam an der 28. Auflage der Gewerbefachausstellung teilnehmen, die vom 3. bis 5. Mai im Zerbster Schlossgarten stattfindet. In Trüben, Deetz, Leps, Straguth, Polenzko, Nedlitz und Gödnitz sind sie angesiedelt und in unterschiedlichen Bereichen tätig – halten Schweine oder Milchziegen, erzeugen Biogas oder bauen Industriekartoffeln an.

Sie eint das Ziel, mit den Verbrauchern das Gespräch suchen zu wollen, um über ihre tägliche Arbeit aufzuklären und Vorturteile abzubauen, wie es Marina Bergt von der Agrargesellschaft Leps ausdrückt. Um mal ein anderes Bild zu vermitteln, als es in den Medien oft dargestellt werde, wo ihnen eine Überdüngung der Felder angekreidet und Schuld am Insektensterben gegeben werde. Nicht zu vergessen sei die aktuelle Diskussion um den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat.

Landwirte verteidigen sich

„Wir konventionellen Landwirte stehen in der Kritik, obwohl wir nach bestem Wissen und Gewissen und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben vernünftige Lebensmittel produzieren“, erklärt der Straguther Landwirt Matthias Bachmann. „Wir werden zu Unrecht in eine Ecke gedrängt“, findet auch sein Berufskollege Jan de Vries, Inhaber der Caprini Agrar GbR in Nedlitz.

„Wir wollen den Konsumenten nicht vergiften“, formuliert es Rob de Vries von der Haro Milch KG aus Polenzko. Oftmals sind es Gerüchte, die für Ängste in der Bevölkerung sorgen, sagt er. So sorgten die neuen Beregnungsanlagen des Milchviehbetriebes, der sein Futter selbst anbaut, für Befürchtungen, dass den Brunnen der Anwohner das Wasser abgepumpt werde. „Wir holen unser Wasser jedoch aus 30 Metern Tiefe“, stellt Rob de Vries klar. „Sprecht mit uns und nicht mit anderen über uns“, ruft er die Bürger auf, sich ein eigenes Bild zu machen.

Ziege, Ferkel und Kälber

An allen drei Messetagen ist die Ausstellergemeinschaft der Landwirte auf dem Außengelände der Gfa vertreten – mit Ziegen, Ferkeln und Kälbern. Unter dem Motto „Heimat kosten“ laden sie zudem für den 4. Mai um 14 Uhr zu einer einstündigen, moderierten Veranstaltung ein, bei der viele Fragen rund um die hiesige Landwirtschaft beantwortet werden – wo welche Nahrungsmittel hergestellt werden, in welchen Produkten sich die hier erzeugten Rohstoffe wiederfinden, wo sie erhältlich sind.

Um sich geschmacklich von der Arbeit der ansässigen Bauern und Agrarbetriebe zu überzeugen, wird unterstützt von weiteren regionalen Direktvermarktern eine Verkostung angeboten. Neben Wurst, Gemüse und Brot gibt es frische Milch vom Landwirtschaftsbetrieb Finke, der in Gödnitz eine Milchtankstelle betreibt und wie auch die Agrargenossenschaft Bornum zur Ausstellergemeinschaft gehört.